Midas Fall - The Menagerie Inside

Review

Schottland hat zweifelsfrei zahlreiche international anerkannte Rockgruppen hervorgebracht. Im Post-Rock-Segment wären diesbezüglich die großartigen AEREOGRAMME zu nennen. Mit MOGWAI residiert zudem eine der, wenn nicht die genreprägendste Formation im Norden Großbritanniens. Eine derartige Reputation können die in Edinburgh gegründeten und mittlerweile in Manchester ansässigen Post-Rocker MIDAS FALL noch nicht für sich beanspruchen, wenngleich die Truppe um Fronterin Elzabeth Heaton bereits einige Jahre im Geschäft ist und mehrere überzeugende Veröffentlichungen vorweisen kann. Mit ihrem dritten Studioalbum „The Menagerie Inside“ lanciert die Band nun den nächsten Versuch, um sich im Kreis der Genre-Größen zu etablieren. Wohl auch deswegen engagierte der Vierer für die klangliche Endveredelung der Scheibe prominentes Personal: So übernahm mit Ed Brooks ein Mann das Mastering, der bereits für Bands wie PEARL JAM und CASPIAN an den Reglern saß.

In puncto Sound überzeugt „The Menagerie Inside“ dann auch auf ganzer Linie: Die zehn live eingespielten Kompositionen klingen ausgesprochen organisch und streckenweise fast schon roh, was für ein wohliges Live-Feeling sorgt. In musikalischer Hinsicht legen MIDAS FALL jedoch einen Stotterstart hin. Denn jene Atmosphäre und Nachdenklichkeit, welche auf den vergangenen Releases den Sound der Band vordergründig prägten, rücken auf dem dritten Studiowerk zunächst in den Hintergrund. Vielmehr schielen sowohl der Opener „Push“ als auch das anschließende „Afterthought“ merklich in Richtung Alternative Rock und wirken unspektakulär und auch ein wenig beliebig – wenngleich Sängerin Heaton den Songs mit ihrer markanten, eindringlichen Stimme ohne Zweifel eigenen Charakter verleiht.

In der Folge steigert sich die Platte dann deutlich, erstes Highlight ist das introvertierte und minimalistische „Circus Performer“, welches sich in bewährter Post-Rock-Manier immer weiter aufrichtet und mit einem simplen, aber packenden Schlusspart aufwartet. Zu getragenen Violinen zeigen sich MIDAS FALL anschließend bei „Counting Colours“ von ihrer zerbrechlichen Seite, bevor mit „Low“ der überragende Song der Platte folgt. Der Track, welcher bereits auf der 2013er EP „Fluorescent Lights“ veröffentlicht wurde, ist zweifelsfrei eines der eindringlichsten Musikstücke der jüngeren Vergangenheit und transportiert eine ergreifende, wohlige Wehmut – immer vorausgesetzt natürlich, dass sich der Hörer am stets federführenden Organ Heatons und den dezenten Elektro-Einsprengseln nicht stößt. Auch im weiteren Verlauf arbeiten MIDAS FALL mit dichter Atmosphäre und einem vortrefflichen Gespür für anmutige Melodien, wobei vor allem das hymnenhafte „A Song Built From Scraps Of Paper“ nachdrücklich im Gedächtnis bleibt.

Letztlich ist „The Menagerie Inside“ eine stimmungsvolle Post-Rock-Platte, die mit Eigenständigkeit und Feingefühl punktet. Das anfängliche Geplänkel allerdings trübt den guten Gesamteindruck – MIDAS FALL klingen nämlich nur dann richtig gut, wenn sie einfühlsam und naiv agieren – und keine Gedanken an die Radiotauglichkeit ihrer Songs verschwenden. Die eine oder andere Minute des Albums wirkt vor diesem Hintergrund ein wenig verschenkt. Dennoch sollten aufgeschlossene Hörer „The Menagerie Inside“ zweifelsfrei antesten.

Mist, hier tut was nicht.Whoops! Hier sollte eigentlich ein Video- oder Audio-embed erscheinen. ...
08.09.2015

"Am Ende isses immer Arbeit."

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