Mike Oldfield - Guitars

Review

Mike Oldfield dürfte jedem der älteren Semester unter uns ein fester Begriff sein. Wo er heute in durchschnittlichen Elektronikspielereien versinkt, hob er 1973 mit ‚Tubular Bells‘ ein imposantes Debutwerk grandioser nie gehörter Liedkunst aus der Taufe und zeigte damit dass auch ein Werk mit 2300 Overdubs ein riesiger komerzieller Erfolg werden kann. Wenn sich jetzt jemand fragt was er damit auf metal.de verloren haben soll, dann muss auf ein Album aufmerksam gemacht werden, dass sich kein Metal-/Rock-/Gitarrenfan entgehen lassen sollte: Das 1999er Meisterstück ‚Guitars‘.
Denn hier wird eine 6-Saiter Platte vorgelegt die in Punkto Kompositionskunst zu den ganz großen Werken vielschichtiger Gitarrenkunst gezählt werden muss. Zwar muss man beifügen dass zwischendurch auch mal ein Schlagzeug oder breite Hintergrund-Keyboardklangteppiche zu hören sind, aber stets ist das namensgebende Instrument des Albums dominierend und mehrspurig übereinander gelegt. Noch besser: Eben durch den typischen Oldfield-Keyboardeinsatz erhält die Scheibe eine absolut einmalige atmosphärische Dichte, die im aktuellen Metalbereich höchstens noch mit AYREONS Meisterstück ‚The Dream Sequencer‘ vergleichbar ist. Melancholie, sentimentale Schwere, grooviger Rock oder geradezu bescheiden cleane E-Passagen drücken sich im Bluesschema die Klinke in die Hand und verschmelzen zu solch großartigen Songs, wie ‚Cochise‘, dem Intro ‚Muse‘, oder den beiden 80er Rock inspirierten Luftgitarregaranten ‚Out of Sight‘ und ‚B.Blues‘. Und genau in dem Moment, indem man glaubt jegliche Gitarrenspielarten abgehakt zu haben, taucht mit ‚Enigmatism‘ noch eine gottgleiche Nummer in hochliegenden Mollakkorden auf, die einem die Tränen in die Augen treibt.
Für Metaller etwas ungewohnt sind die kleinen Chill-Out Passagen (‚Embers‘), die heute charakteristisch für Oldfields Sound sind und die Gitarre zum bloßen hallunterlegten Atmosphäreinstrument degradieren. Nicht umsonst wird Oldfield völlig zurecht als Gründer von New Age und Ambient Sounds gehandelt, auch wenn hier diese Einflüsse in einem gitarrenlastigen Umfeld etwas seltsam wirken.
Nichtsdestotrotz ist ‚Guitars‘ absolut fantastisch und sollte von jedem, der bis noch nicht durch dieses Review abgeschreckt wurde unverzüglich gekauft werden. Und wer es sowieso schon hat, hofft einfach auf einen zweiten Teil der vielleicht irgendwann mal rauskommen könnte…

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13.11.2005

Der metal.de Serviervorschlag

Oder auch: "Wer 'Guitars' von Mike Oldfield mag, wird auch das hier mögen." Lass andere Leser wissen, welche Platten sie noch anchecken sollten, wenn ihnen "Guitars" gefällt.

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