My Own Grave - Necrology

Review

Als Freund des Schweden-Death-Lagers hat man es heutzutage nicht mehr leicht, den Überblick zu behalten und sich seine Favoriten auszusuchen. Ständig sprießen neue Kapellen aus dem Boden, die zwar so gut wie nie neue Aspekte bieten, aber nichtsdestotrotz ihr Handwerk äußerst solide erledigen. MY OWN GRAVE, ebenfalls aus Schweden stammend, fungieren auch nicht gerade als Erfindernatur, spielen aber dennoch eine Form des Elchtodes, die zumeist hinter der in Mode gekommen Midtempo-Groove-Action zurückstecken muss. Vergleichbar mit dem CENTINEX-Nachfolger DEMONICAL, setzen die Jungs mehr auf Tempo, Aggression und Brutalität, gespickt mit dezenten Melodieführungen, die dem Hörer eine gute halbe Stunde Sinn und Verstand aus dem Hirn blasen.

Kriegsgeräusche, Schreie und Bombeneinschläge läuten “Necrology“ ein, bevor unmenschlich schnelle Blasts und ein brutales Headsplitter-Riff den Anfang des musikalischen Teils markieren. Dieser Einstand erinnert fast schon an MARDUK zu ihren besten Zeiten mit der Panzerdivision. Im Folgenden entwickelt sich das Stück allerdings stiltypischer, einprägsame Gitarrenmelodien und Soli, sowie ein weitgehend eingängiger Refrain sorgen für die nötige, nicht übermäßige, Transparenz. In der gleichen hohen Liga schließt sich nun Stück für Stück an, dabei gibt es weder an der höllischen Stimmbandvergewaltigung von Sänger Mikael Aronsson, noch am stets griffigen Songwriting oder am routiniert gezockten Instrumentalgewand irgendetwas zu meckern.

Soweit wären alle essentiellen Faktoren abgedeckt, aber was fehlt bei einem donnernden Death-Metal-Brocken zum ästhetisch vollständigen Gesamtbild? Selbstverständlich eine Produktion, die auf der einen Seite nicht steril und klinisch daherkommen darf, andererseits aber auch den nötigen Wumms im Ärmel haben muss. Genug der unwichtigen Vorworte – Fakt ist, dass MY OWN GRAVE Mastermind Dan Swanö für sich gewinnen konnten, und das war, wie immer, ein voller Erfolg. Die zeitgemäße technische Ausarbeitung lässt die Musik klar aus den Lautsprechern schallen und verwischt dabei glücklicherweise nicht den rohen, ungeschliffenen Aspekt des Machwerks.

“No Casket, No Funeral“ heißt eine Textzeile auf “Necrology“, auf eine Beerdigung brauchen wir uns sicherlich noch nicht einstellen. Zum einen existieren MY OWN GRAVE erst seit 2001 und zum anderen spricht ihre Platte aber mal so was von deutlich für mehr. Ein absoluter Höllenritt!

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25.09.2009

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