Nabaath - Back Of Beyond

Review

Mit dem Vorurteil, das Russland nicht gerade für starke Metal-Bands bekannt ist, wird spätestens mit dem überaus gut produzierten Debüt „Back Of Beyond“ von NABAATH aufgeräumt. 2002 hat sich die Band gegründet, die zum Teil auch in der bekannten Doom Metal-Band FOREST STREAM sowie auch in MAD CARNAGE, OBERWELT und SARKAZM spielen. Nach dem üblichen Hin und Her in der Besatzung des NABAATH-Panzers, kam „Back Of Beyond“ schon vor knapp zwei Jahren auf Vinyl über SoulFlesh Collector raus. Sie selbst charakterisieren ihre Musik als rauen, minimalistischen und explosiven Black Metal im traditionellen Gewand des Old-School-Sounds. Wie üblich, möchte man meinen und erwartet erstmal nichts Großartiges. Allerdings wird schon zu Beginn klar, dass die 35 Minuten nicht so primitiv und rau sind, wie sich NABAATH selbst sehen, sondern „Back Of Beyond“, neben einigen Texten in ihrer Muttersprache, über einige hörenswerte Details verfügt.

Nach dem obligatorischen Intro wird man von „The Loss Of The Age Of Light“ mit einem VORKREIST-ähnlichen Black/Death Metal-Riffing und einem gellenden Schrei des Vokalisten und Bassisten Tyrant Moloch bewaffnet, empfangen. „Sunset And Sunrise At The Back Of Beyond“ wartet sogar mit einer Clean-Vocal-Passage auf, die aber nicht gleich Pagan oder Power-Feeling verheißt. Es ist auch immer wieder erfreulich zu hören, dass auch der Viersaiter mit druckvollen Bass-Leads mehr aus dem Schatten der Gitarren herauszuhören ist. Hier wird zwar tempomäßig viel auf die Kacke gehauen, aber was Tempiwechsel, Breaks und Melodien sind, ist den vier Russen kein unbekannter Begriff. „Eternal Silent Forest Of Frost“ hätte auch aus dem Papierkorb der frühen DARK FUNERAL stammen können. Nachdem die ersten sechs Songs nicht länger als vier Minuten sind, greifen NABAATH bei den letzten beiden Songs „Disappearing Into The Fathomless Hate“ und „Brink Of Ruin / Death Whispers“ zu mehr Spielfreude und übersteigen schon die sechs Minuten-Marke. Nicht zuletzt dadurch, dass Tyrant Moloch zu Beginn stimmlich stark an das kalte Organ von Emperor Magus Caligula erinnert. Der Anspieltipp „Disappearing Into The Fathomless Hate“ wird eingeleitet von einem herbstlichen Regenplätschern im Hintergrund zu depressiven, melancholischen Tönen und dem markerschütternden Organ Tyrant Molochs, die aber nach kurzen Suicidal-BM-Anleihen rasend umgeschmissen werden und an die kalte, aber melodische Atmosphäre der „Helveteshymner“ von BLODSRIT erinnern.

Obwohl das Mixen mit verschiedenen Genres wie Thrash und Death Metal sowie Rock’n’Roll nun auch nicht mehr die neueste Entdeckung ist, machen NABAATH ihre Sache ziemlich gut. Die schwedisch-angehauchten Riffs gehen ins Ohr und sind nur selten zum x-ten Mal gehört, das Songwriting ist eigenständig und abwechslungsreich, aber die Vocals könnten noch ein wenig herrschender und aggressiver sein, aber mit dem präzisen Dauerfeuer des Schlagzeugs, lassen die acht Songs im Gesamteindruck keine Wünsche offen und erinnern zeitweise an alte MARDUK-Zeiten. Nur hapert es noch an der eigenen, besonderen und blasphemischen Identität. So ganz hasserfüllt und wütend, wie es in der Beilage klingt, kommt die Musik von NABAATH nicht rüber. Vielleicht habe ich auch einfach nur zuviel von der Sparte des Black Metals gehört, Potenzial und Wiedererkennungswert ist aber definitiv gegeben. „Back Of Beyond“ ist ein Appetithäppchen für den kleinen Krieg zwischendurch. Wer sich selbst ein Bild von dem Debüt machen will, kann über die myspace-Seite mit den Jungs in Kontakt treten und die CD für obligatorische 6,66 EUR erwerben oder für umsonst mal Probehören und Downloaden unter der oben angegebenen Web-Adresse. Der nächste Angriff mit „War Blasphemy!“ steht übrigens schon in den Startlöchern und verheißt noch destruktiveren und groberen Black Metal.

19.05.2008

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1 Kommentar zu Nabaath - Back Of Beyond

  1. tyranid sagt:

    Die CD ist gut. Nichts neues, aber immerhin. Was mir allerdings stinkt, ist dass im review dauernd irgendwelche Bands als vergleich genannt werden. Ich würde gerne ein review lesen, indem die Musik der Band beschrieben wird, und nicht vergleiche gezogen werden. Sonst könnte man ja gleich schreiben: Ist nichts neues klingt wie XXX und XXX, und damit hätte sichs.

    8/10