Negative - Sweet And Deceitful

Review

Also was heutzutage als ‚echter RocknRoll‘ vermarktet wird, wäre wohl 1970 noch auf dem Scheiterhaufen verbrannt worden. Hat diese Roadrunner Bezeichnung auf die letztens erschienene Traceelords-Scheibe noch wie die Faust auf’s Auge gepasst, wirkt sie bei den Finnen von Negative wohl eher wie der verzweifelte Versuch eine Melancholie-Poprock Truppe im Stile von The Rasmus auch in deutschen Metalgefilden unters Volk bringen zu können.
Denn nichts anderes als das können wir von den Anti-Positiven erwarten. Liebevoll in den Hintergrund gemischte Rockgitarren treffen auf dominante Keyboards (die meistens auch für die Leadmelodie sorgen), die Lieder sind allesamt auf Refrain produziert, der Sänger könnte sein Glück auch mal bei ‚Finnland sucht den Superstar‘ probieren (kleinlaute Versuche rockig zu klingen schlagen katastrophal fehl), und sowieso scheint das ganze Album aus kaum mehr als 5 verschiedenen Akkorden zu bestehen. Für’s Musikfernsehen (wenn es das denn noch gäbe) mag es reichen, aber als alter Metaller gehen einem die meisten Lieder bereits beim ersten Durchlauf schon auf die Nerven. Zu allem Überdruss decken die Texte auch kaum mehr als das Grundschulwissen in Englisch ab und triefen nur so vor Herzschmerz und dem niederträchtigem Missbrauch des Wortes ‚RocknRoll‘.
Vor einem absoluten Totalschaden retten aber die Songs ‚Frozen to Lose it All‘, ‚L.A. Feeding Fire‘ und ‚Secret Forgiveness‘. Während ersteres einfach ein Ohrwurm ist, werden bei den beiden letztgenannten endlich mal die Powerchords in den Vordergrund gerückt und die Songs rocken angenehm vor sich hin. Hier klingt auch endlich mal der Sänger nach einem ordentlichen Derwisch der sein Geld tatsächlich wert ist – warum nicht immer so?
Aber nein, stattdessen endet das Album mit dem leicht überdurchschnittlichen ‚Angels won’t Lie‘ und wird bei mir wohl keinen Platz im Regal finden. Wenn eine Band es ein paar Wochen in die finnischen Top 20 schafft, bedeutet es nicht zwangsläufig dass mit ihr die Metalwelt eine Bereicherung bekommen würde; und selbst Freunde des Poprocks (die es ja auch unter toleranten Metallern geben soll) sind bei japanischen Alternativen wie Janne Da Arc oder Sheena Ringo immer noch am besten aufgehoben.

25.05.2005

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3 Kommentare zu Negative - Sweet And Deceitful

  1. shadowofdeath sagt:

    Ach..für chillige Momente durchaus ne passende CD!

    7/10
  2. astarus sagt:

    Geile Scheibe_geile Live-Band_dummes Review_Punkt!

    9/10
  3. paulamarija sagt:

    Vier Punkte? Wofür gibt`s hier vier Punkte?
    Das ist doch eindeutig NIX!!!!