Nordafrost - Back To The Shores Of Grey

Review

Nach dem Debüt-Album „North Arise“ folgt mit „Back To The Shores Of Grey“ nun das Zweitwerk der Hagener. Die mittlerweile zum Quartett angewachsene Band hat in den seit dem ersten Album vergangenen vier Jahren eine Split-7″ veröffentlicht und war auf dem Live-Sektor sehr aktiv – es wurde also Zeit, auch in der Diskographie nachzulegen.

Wie schon der Titel, der thematisch an den Vorgänger anknüpft, vermuten lässt, sind NORDAFROST sich und ihrem Stil treu geblieben: peitschendem und melodischem Black-/Death-Metal. Jedoch wirkt bereits der erste Song „Feverish Phantasmagoria“ deutlich reifer und durchdachter als „North Arise“. Es fällt auf, dass das neue Album ein wenig melodischer ist und eine noch stärkere Thrash-Komponente aufweist. Außerdem sind, wenn ich mich nicht täusche, die tiefen Growls gänzlich verschwunden, was in meinen Ohren eine richtige Entscheidung war. Das knurrige Gekrächze passt einfach besser, finde ich. Mit ausschweifenden Melodiebögen über mal blastendem, mal stampfigem, aber immer kraftvollem Schlagwerk beschwört die Truppe erneut Bilder vereister Landschaften herauf. Ein stilistischer Bezug zu DISSECTION lässt sich hier nicht verneinen und auch IMMORTAL kommen einem das eine oder andere Mal in den Sinn. Das Rad erfinden NORDAFROST also auch auf „Back To The Shores of Grey“ nicht neu. Dafür sprechen die Lieder sofort die Nackenmuskulatur an und machen einfach Spaß, sofern man dann an frostigen Klängen Gefallen findet. Ein wirklicher Kritikpunkt ist die mangelnde Innovation daher in meinen Augen nicht, es wird schließlich nie zu eindeutig zitiert und ein Gebräu aus bewährten Zutaten ist allemal schmackhafter als verquere Experimente. Allerdings muss ich leider feststellen, dass die Energie, mit der NORDAFROST hier starten, leider im Laufe des Albums ein klein wenig abnimmt. Vielleicht rächt es sich hier, dass keine wirklichen Überraschungen auftreten, schließlich sind auch die hinteren Tracks einwandfrei. Wie auch schon vor einigen Wochen über die Delmenhorster von CTULU kann ich auch über NORDAFROST sagen, dass ihr neues Album sicherlich etlichen DISSECTION-Jüngern besser gefallen hätte, als „Reinkhaos“. – Die Klasse der alten Heldentaten erreicht allerdings auch „Back To The Shores Of Grey“ nicht.

Muss es, wie ich finde, auch nicht. Selbst wenn NORDAFROST keinen Klassiker abgeliefert haben, so erfüllt das Album doch seinen Zweck und füllt über eine dreiviertel Stunde mit kraftvollem Black-/Death-Metal, der den Hörer mitzureißen vermag. Ganz besonders auf einer Bühne und mit ein paar Bier intus sollten die Lieder ganz vorzüglich funktionieren. Als Vorbereitung kann ich „Back To The Shores Of Grey“ guten Gewissens jedem empfehlen, der einfach mal wieder ein gutes Album melodischen Black-Metals der Marke DISSECTION hören will.

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20.04.2008

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1 Kommentar zu Nordafrost - Back To The Shores Of Grey

  1. Bluttaufe sagt:

    NORDAFROST sind der Beweis, dass Black/Death Metal durchaus arschcool sein kann. „North Arise“ war durchaus recht ordentlich – auch wenn mir da das Zusammenspiel noch etwas zu holprig war. Auf dem 2. Langspieler hat man die Gitarrenfront verstärkt und den schwedisch angehauchten Black/Death durch eine Thrashkante aufgelockert. Das erinnert dann neben NECROPHOBIC auch an IMMORTAL. Die DISSECTION Vergleiche konnte ich bei NORDAFROST allerdings nie nachvollziehen. Die Songs animieren alle zum Rübe schütteln. Aber… Bei all dem Lob, den NORDAFROST zu beiden Alben bekamen – so gut die Rhythmusfraktion auch klingt, so schlampig agiert man bei den Leads. Gut, dass sie im Mix etwas untergehen.
    Ansonsten recht schniekes Teil. Und, es wird Zeit für ein neues Album.

    8/10