Nucleus Torn - Street Lights Fail

Review

Das neue Opus des Schweizer Trios um Fredy Schneider entfesselt eine Hydra sphärischer Klänge, welche mit jedem ihrer Köpfe nach den Hörgewohnheiten des herkömmlichen Popularmusik-Konsumenten schnappt.

Sanfte, effektbeladene Pianotöne lassen den Hörer in die klingenden Untiefen von „Street Lights Fail“ abtauchen. Irgendwo zwischen Neo-Klassik, Jazz und Metal angesiedelt, greift das eröffnende „–“ um sich und versenkt einen in den Abgrund des avantgardistischen Hades namens NUCLEUS TORN. Gerade in der Wechselwirkung von Klavier, Kontrabass und dem fragilen Gesang Anna Murphys entfaltet der Song seine Sogwirkung.

„Worms“ ist dagegen schon weit mehr mit verzerrten Gitarren angereichert, zumindest anfänglich. Zur Mitte hin prägen Akustikgitarre und Flöte das Klangbild, ehe die Band dieses wieder zerstört und erneut sägende Gitarren und Anna Murphy die Herrschaft in der Soundlandschaft übernehmen. Insgesamt wirkt das zweite Stück sehr mosaikartig. Selten werden Übergänge geschaffen, um die einzelnen Teile zusammenzuführen. Stattdessen sieht sich der Rezipient einem großen Berg Puzzleteilen gegenüber. Doch trotz der abrupten Stilwechsel entsteht ein geheimnisvolles Ambiente.

Am Ende steht „The Promise of Night“ – ein Versprechen, welches gehalten wird. Düstere Drone-Geräusche erschaffen eine wenig wohlwollende Atmosphäre. Dissonante Klavierharmonien verschieben sich scheinbar innerhalb des Metrums. Doch dieses düstere, vermeintliche Chaos führen die Musiker zur musikalischen Morgendämmerung. Über eine jazzige Passage, angereichert mit Gesang, weicht die vorangegangene Chromatik gänzlich diatonischen Dreiklangszerlegungen. Und so wähnt sich der Hörer die abschließenden Minuten letztlich in den Strahlen der aufgehenden Sonne.

Leider schaffen es NUCLEUS TORN nicht, diese Glanzvorstellung adäquat zu beenden, da der Spannungsbogen zu früh beendet wird und dessen Sehne immer mehr durchhängt. Das enorm verhallte Klavier ist schön zu hören, doch vermag es weder wirklich Spannung noch Entspannung zu erzeugen. Vielleicht schafft es das für kommendes Jahr angekündigte „Neon Light Eternal“, den erhofften Abschluss zu bringen.

„Street Lights Fail“ ist mit Sicherheit kein einfach zu hörendes Album. Dennoch lohnt es sich, das fünfte Klanggemälde des Trios zu erforschen. Es bietet eine Vielzahl guter Einfälle und viele Details in den Kompositionen. Diese sind anspruchsvoll, führen ein Eigenleben, beherbergen kontrastreiche Collagen und sind jederzeit eigenständig.

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07.10.2014

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