Oakenshield - Gylfaginning

Review

Auf den Spuren des Norwegers Sorg wandelt nun der junge Engländer Ben Corkhill. Wie auch Sorg bei seinem Projekt SORGSVART, hat Corkhill das Debut „Gylfaginning“ von OAKENSHIELD im Alleingang eingespielt. Er bedient alle Instrumente – einschließlich der traditionellen – und ist für die unterschiedllichen Gesangsarten zuständig.

Corkhill hatte mit NIFELHEL bereits zuvor ein Ein-Mann-Projekt am Laufen, dass nach seinen Angaben brutaler und kriegerischer war, als sein jetziges Kind OAKENSHIELD. Unter NIFELHEL brachte er zwei selbstproduzierte CDs heraus, bevor er sich wesentlich folkig dominierteren Klängen zuwandte.

Im direkten Vergleich mit SORGSVART ist OAKENSHIELD weniger Black-Metal-beeinflusst. Double-Bass-Attacken und Riff-Gewitter sind auf „Gylfaginning“ eher die Seltenheit. Lediglich bei den Growls schimmert die brachialere Vergangenheit von Corkhill noch durch. Ansonsten präsentiert sich OAKENSHIELD mit sehr epischen Kompositionen, die sowohl durch intelligentes Riffing aus dem traditionellen Metal, als auch mit den Einsätzen der folkloristischen Instrumente wie Fidel und Flöten mitreißen können. Sehr passend sind dazu die hymnischen Gesangspassagen, die diesen epischen Eindruck noch forcieren.

„Gylfaginning“ ist ein Konzept-Album mit dem Hauptaugenmerk auf der nordischen Mythologie, genauer gesagt, auf der Prosendichtung Edda und ihren gesammelten Heldengeschichten. Dieser lyrische Hintergrund und die Musik bilden eine beeindruckende Einheit. Die elf Songs drücken diese Heldenprosen hervorragend aus. Dabei ist es auch bei diesem Konzeptwerk kaum möglich, einzelne Stücke hervorzuheben, da „Gylfaginning“ besonders als Ganzes seinen epischen Charme entfalten kann.
Gerade wer auf eine überwiegend folkige Weise des Pagan Metal steht, wird an OAKENSHIELDs Debut seine Freude haben. Corkhill hat eine fesselnde Symbiose aus traditioneller Folklore und heidnischer Rohheit geschaffen.

„Gylfaginning“ ist ein weiterer Pagan-Lichtblick des Jahres 2008. Wen die Klänge von SORGSVART, HEIDEVOLK oder ELUVEITIE begeistern, sollte auch an OAKENSHIELDs Debut nicht ohne Hörprobe vorbeigehen.

26.06.2008

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