Oathean - Oathean

Review

Dann, wenn Bands im fortgeschrittenen Karriere-Stadium Alben nach sich selbst benennen, kann man mitunter auf eine (neuerliche) Glanztat, eine Rückbesinnung zu den Wurzeln oder einfach eine furiose Attacke mit regenerierten Kräften hoffen.
“Oathean“, die bereits fünfte Scheibe der gleichnamigen Exoten aus dem fernen Südkorea, enttäuscht solche Hoffnungen auf Großes, auf einen qualitativen Ausbruch nach oben, aber letztlich: Das Album reiht sich nahtlos bei den seit Ende der 90er Jahre vorangegangenen Veröffentlichungen des Quintetts ein, die stets irgendwo zwischen altbekannt-einschläfernd und ordentlich anzusiedeln waren, dabei nie wirklich überzeugen konnten.

OATHEAN sind Ihrem melodischen und dabei verhältnismäßig harten Black/Death Metal der letzten Jahre treu geblieben; alles, was man zu bieten hat, ist solide, aber eben auch so oder ähnlich schon hundertfach gehört und relativ spannungsarm. So gibt es im Einzelnen etwas farblose Kreisch-Vocals, die besser werden, je weiter sie in dunkle Growl-Gefilde abtauchen, den obligatorischen und zum Glück nicht zu vordergründigen Keyboardteppich, passable, mitunter flott treibende Drums und zumeist unspektakuläre, teilweise progressiv anmutende Riffs.
Obwohl sie auf die Hagaeum, eine traditionelle koreanische Fidel, zurückgreifen, nutzen die Asiaten ihre Potential bietende geographische beziehungsweise kulturelle Sonderstellung in einem doch vorrangig von europäischen Bands geprägten Genre nicht in ausreichendem Maße, zu selten verschwindet der Eindruck, dass die Platte genauso gut aus Schweden oder Deutschland kommen könnte.

Die meist zwischen sechs und acht Minuten langen Stücke wirken größtenteils wie Stangenware, dabei sollte man einige gelungene Momente nicht unter den Teppich kehren. So sorgt im angenehm harten “A Spiritual“ ein leise gezupfter, von fremdartig klingenden – ja, es geht doch – Stimmen geprägter Mittelteil für Auflockerung und einen Anflug von echter Atmosphäre; auch “Grief For Surviving“ etwa ist, von knackiger Doublebass unterfüttert, eine annähernd gute Nummer.
Die vier Herren und die Dame versuchen sicherlich ihr Bestes, aber man muss feststellen, dass sie, wie so viele andere Bands da draußen auch, – und Verzeihung für die nachfolgende Phrase – bloß ordentliche Handwerker und eben keine Künstler sind.

Was OATHEAN mit ihrem selbstbetitelten neuen Album abliefern, ist herkömmliche Melodic-Black/Death-Kost mit einigen besseren Momenten, aber eben leider kaum von einem zarten Hauch von Überraschung durchweht.

16.09.2010

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