Odroerir - Götterlieder

Review

ODROERIR, eine Kollaboration aus MENHIR- und XIV DARK CENTURIES-Mitgliedern, hat jetzt das gewagt, woran viele zuvor kläglich gescheitert sind! Wovon ich spreche ist die Vertonung der Edda. „Götterlieder“ heißt das Album und es versteht sich von selbst, dass nicht das gesamte Werk vertont wurde, sondern ausgewählte Abschnitte: Die Erschaffung der Welt, der Krieg zwischen den beiden Göttergeschlechtern, die Geschichte vom Skaldentrunk, von dem die Band den Namen entlieh, von den ersten Menschen, von der Handwerkskunst der Zwerge und von der Liebe eines Gottes zu einer schönen Frau.
Dabei sind die Spielweise des Sextetts aus Thüringen, sowie die Stimmung, die die Musik vermittelt, nie ausgelassen, sondern stets anmutig und würdevoll gelassen. Die Platte ist sehr textlastig, wohingegen die musikalische Seite teilweise minimalistisch rüberkommt. Aus diesem Grunde ist der Zugang zu diesem Machwerk nicht nur schwierig, sondern auch langwierig, aber die Mühe lohnt sich allemal, denn wenn man sich erst mal festgehört hat, will man das Album nicht mehr aus der Hand geben und entdeckt stets wieder Kleinigkeiten, die man zuvor noch überhört hat.
Das Niveau des Silberlings ist insgesamt sehr hoch angesiedelt, manch einer würde das Dahinplätschern trotzdem kritisieren, denn es werden nur dezent Akzente gesetzt, die beim ersten Hören womöglich unter den Tisch fallen!
Der klare, teils männliche teils weibliche Gesang wird hauptsächlich von Akustikinstrumenten begleitet, wie zum Beispiel von der Akustikgitarre oder auch der Geige. Stromgitarren kommen dagegen eher selten zum Einsatz. Trommeln und schlicht gehaltenes Schlagzeugspiel ergänzen sehr schön das musikalische Spektrum. Das hat sich, verglichen mit dem Vorgänger-Album „Lasst Euch Sagen Aus Alten Tagen“, verändert, denn die Gitarre ist etwas in den Hintergrund gerückt, der Dudelsack, welcher früher noch sporadisch verwendet wurde, ist, wie auch der Raugesang, ganz verschwunden!
Durch wirkungsvolle Samples wird die Atmosphäre aufgebaut und die Spannung gehalten. So kommt es zum Beispiel bei dem Song „Weltenanfang“ bei der Beschreibung der gähnenden Leere, des Ginungagap, also dem Nichts, welches vor der Erschaffung der Welt existierte Windgeräusche zum Einsatz oder auch das Meeresrauschen beim Song „Ask und Embla“, der die Geschichte von der Erschaffung des ersten Mannes und der ersten Frau aus zwei, vom Meer angespülten, Baumstämmen erzählt. Diesen Track würde ich ganz klar als Anspieltipp anpreisen wollen, denn er repräsentiert ganz gut das gesamte Album. Insgesamt gesehen, muss man ODROERIR zugute halten, dass sie ein Album rausgebracht haben, das von der Ausrichtung zwar immer noch Pagan Metal ist, jedoch auf der entgegengesetzten Seite der Skala! Es ist auch viel ausgewogener und reifer als der Vorgänger und weiß zu gefallen! Wer es also noch nicht hat, sollte es sich zu Gemüte führen!

13.10.2005

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2 Kommentare zu Odroerir - Götterlieder

  1. Anonymous sagt:

    "Aus diesem Grunde ist der Zugang zu diesem [b]Machwerk[/b] nicht nur schwierig, sondern auch langwierig…"

    Ich verfluche euch alle… :saufen:

    7/10
  2. bathory sagt:

    Geile Scheibe! Jedem zu empfehlen dem die Edda gefälllt und sie nochmal mit ganz besonderen Instrumenten hören will 😀 Zwar langsam, aber GEIL!

    9/10