Panchrysia - Deathcult Salvation

Review

Die belgische Black Metal-Artillerie PANCHRYSIA besteht bereits seit 1998 und hat sich nach zwei hochwertigen Demos „Nimisque Inhumane“, „Exaltation“ und ihrem Debüt „In Obscure Depths“ von 2002 zu regelrechten Veröffentlichungsdurstigen entwickelt. Bereits 2004 kam „Malicious Parasite“ heraus und 2006 folgte die Split-CD „Ultimate Crescendo Of Hell“ mit Unterstützung der belgischen Nachbarn von ICONOCLAST. 2008 ist also das Jahr der „Deathcult Salvation“ und soll laut Beilage ihr bisher düstertes und persönlichstes Album sein. Diese Schwärze kommt schon bei dem Blick auf das Booklet raus, das mit Zeichnungen des französischen Malers Gustave Doré (bei dem sich auch schon EMPEROR für „Wrath Of The Tyrant“ bedient haben) bespickt ist.

Die neun Songs, die sich irgendwo zwischen norwegischem Black’n’Roll, schwedischer WATAIN-Manier und modern thrashig-technisch angehauchter Gitarrenarbeit in einem meist gemäßigten Tempo bewegen, lassen trotzdem genügend Freiräume, die es einem Rezensenten schwer machen, irgendwelche Vergleiche zu ziehen. Rotzigpunkig stampfendes Drumming trifft auf schreddernde Gitarren, gering vorhandene melodische Spielereien und Zahrims ungewöhnliche Stimme. Ungewöhnlich deshalb, weil er nicht wie ein geschlachtetes Schwein rumschreit, sondern eher mit seiner tiefen verzerrten Stimme langsam rumkrächzt und fast schon sprechgesangartigen Charakter besitzt. Damit wären wir aber auch schon bei einem Schwachpunkt angelangt. So wie er die Texte vertont, ist er zwar schon eine willkommene Abwechslung zu manch‘ eunuchenartigen Kreischern, aber der Gute kommt auch leider kaum aus den tiefen Tönen raus. Ist es dann eigentlich von Vorteil bei Zahrims überschichteten Vocals noch Mortuus (MARDUK; FUNERAL MIST) als Gastvokalisten einzusetzen, der ja, abgesehen von seiner höheren Flexibilität, auch in dieselbe stimmliche Kerbe schlägt? Erst bei mehrmaligem Hören der groovig-rockigen Nummer „Morituri Te Salutant (Baptizing The Rats)“ fällt es auf. Vielleicht hätte da Endarker Studio-Besitzer, Mixer und MARDUK-Bassist Magnus „Devo“ Andersson ein paar Highlights setzen sollen, damit der Unterschied besser zu hören ist. Ganz anders dagegen ist es bei „Fogbound (Singing Words I Cannot Bear)“. Ein grundlegend anderer Song ist diese ruhige Midtempo-Nummer mit der belgischen Gast-Sängerin und Songwriterin Leen De Haes von BINT, die mit ihrer lasziven, besonderen Stimme im Wechsel mit Zahrims Screams aus „Fogbound“ wohl einen der Highlights und damit aus „Deathcult Salvation“ mehr als nur ein weiteres Black Metal-Album macht. Ich hätte noch gern den einen oder anderen Song in dieser Art gehört. Obwohl die Produktion modern und druckvoll ist – nicht zu clean, aber trotzdem jedes Instrument offenbart, ohne es steril wirken zu lassen – zeigen sich bei dem Drumming ein paar ästhetische Mängel. Drummer Dol hat es manchmal schwer mit den schnellen Riffs Schritt zu halten und scheint ab und zu regelrecht hinterherzuhängen.

Zusammenfassend bleibt zu sagen, das „Deathcult Salvation“ ein grundsolides, kraftvolles Album mit einer schwarzerfüllten Seele und einer eigenen Atmosphäre ist, dass man sich am besten in drei Teilen zu Gemüte führt. Wo der Anfang und das Ende mit harschen, aggressiv schnellen Black Metal-Nummern zuschlägt, geht es mit „With Dragon Wings (Thus Live The Draconian Winds)“ und „Morituri Te Salutant (Baptizing The Rats) in eine eher rockigere Richtung, die mit „Fogbound (Singing Words I Cannot Bear)“ ihren erholenden Abschluss findet, um dann wieder voll anzugreifen. Jeder Song für sich gesehen ist abwechslungsreich, aber… „Deathcult Salvation“ verfällt als ganzes Album, wie auch bei AVERSE SEFIRAs „Advent Parallex“, trotz Tempiwechsel, Selbstständigkeit, eigenen Ideen und einer normalen Spiellänge von knapp 46 Minuten in eine gewisse Starre. Irgendwie flutscht es selbst nach mehrmaligem Zuhören nicht hundertprozentig. Aber es gilt auf jeden Fall mal in die genannten Songs reinzulauschen und selbst zu entscheiden!

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22.04.2008

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