Paragon Impure - Sade

Review

Die Beschäftigung mit dem verruchten Leben des Adels nimmt einen festen Platz im Kanon des Metals ein. Neben Elisabeth Báthory und Vlad the Impaler ist an dieser Stelle insbesondere der Marquis de Sade zu nennen. PARAGON IMPURE haben diesem lasterhaften Schriftsteller nun ein Konzeptalbum gewidmet, welches auf dem lyrischen Schaffen des Franzosen aufbaut.

Pechschwarze Lyrik – „Sade“ nimmt kein Blatt vor den Mund

Diese Beschäftigung mit Sade ist für den Black Metal im Allgemeinen und PARAGON IMPURE im Speziellen sicherlich kein Zufall. Materialismus, Naturalismus, Atheismus und auch (sadistische) Pornographie sind keine vollkommen fremden Themen dieses lebensverneinenden Genres. Den belgischen Schwarzheimern gelingt mit „Sade“ eine passend düstere Vertonung der perversen Worte des Marquis, denn diese finstere Musik zielt mit ihrer kompromisslos harten Ausrichtung auf eine Interpretation des Black Metals fernab aller (natur-) romantischen Motive. Tragend dabei sind die hervorragenden Gitarrenspuren, welche das Album vorwärts treiben und der aggressive Gesang, der jede Zeile in der notwendigen triebhaften Dringlichkeit akzentuiert.

Die Band aus dem Umfeld von LUGUBRUM hat ihre Hausaufgaben gemacht und das eigentlich für das Jahr 2009 geplante Album nunmehr zu Ende gebracht. Seit dem Debüt „To Gaius (For the Delivery of Agrippina“ (2005) sind sogar mehr als zehn Jahre vergangen. Eine gewisse Rückwärtsgewandtheit kann man der Platte daher zusprechen, diese Patina ist allerdings weder nostalgisch noch obsolet.

Ein Stück wie „Sade II: Juliette, Queen of Vice“ wird der Hörer jedenfalls so schnell nicht wieder abschütteln können, dieser Horror geht nahe und unter die Haut. Das hierfür nicht immer die feinste Sprache gebraucht wird, ist nicht Zufall, sondern Prinzip. Diese Brutalität ist jedoch nicht bloß Mittel zum Zweck, sondern auch ein Aufbegehren gegen herrschende Zustände und ein bitteres Spiegelbild für die bürgerliche Gesellschaft.

PARAGON IMPURE gelingt die Transformation

Am Ende kann man PARAGON IMPURE die perfekte musikalische Umsetzung des lyrischen Stoffs bescheinigen. Durch den direkten Bezug zur Literatur Sades und die eindringliche Umsetzung gelingt diese nicht triviale Transformation.

25.10.2018

Stellv. Chefredakteur

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