
Braincrusher In Hell 2026
Der große Festivalbericht
Konzertbericht
Text: Patrick Olbrich (PO), Oliver Schreyer (OS), Marcel Schlensog (MS), Oliver Di Iorio (OD)
Fotos: Sabine Langner
Alle Jahre wieder, folgen wir dem Ruf aus Hirschaid und pilgern zum Braincrusher In Hell Festival. Bereits zum 25. Mal öffnet das Festival für Extreme-Metal-Gourmets seine Pforten und zieht Menschen nicht nur aus dem Nürnberger/Bamberger Umfeld in seinen Bann. Praktisch aus der ganzen Republik pilgern Besucher:innen in die Jahnhalle, die sich mit ihrem hölzernen Interieur und der festlich geschmückten Decke auch bestens als Austragungsstätte für die Jahreshauptversammlung des hiesigen Schützen- und Trachtenvereins machen würde und wahrscheinlich auch macht.
Für das Billing hat Veranstalter Norbert Gareis dieses Jahr noch einmal ganz tief in die Schatzkiste gegriffen, womit das Festival eigentlich ausverkauft sein müsste. Parallel findet im 15 Kilometer entfernten Bamberg das Kanonenfest mit u.a. KATAKLYSM, VADER und KANONENFIEBER statt, was sich eindeutig auf die Vorverkaufszahlen auswirkt. Norbert lässt sich die gute Laune dadurch nicht verderben und huscht wie eh und je zwischen Bar, Büro, Backstage und Zuschauerraum hin und her.
OFFENDED BY CELLAR
Das Braincrusher steht seit jeher für eine gelungene Mischung aus Newcomern, lokalen Bands, Underground-Perlen und großen Namen. OFFENDED BY CELLAR gehören zu den ersten beiden Kategorien und kommen aus dem nur gut 50 Kilometer entfernten Lichtenfels. Ihre modern angehauchte Mischung aus Death und Thrash kommt gut an, auch wenn vor der Bühne noch nicht viel los ist. Die Band gibt alles, um die Anwesenden zu unterhalten und zu motivieren. Auch wenn die überschwänglichen Chöre, wie von Sänger Sache gefordert, bei Tracks wie „Peoplehater” ausbleiben, ist es auf jeden Fall eine anständige, energetische Aufwärmphase, die nach dem nächsten Rauchweizen schreit. Was es mit der Bedeutung des Bandnamens und des verhassten Kellers auf sich hat, konnten wir bisher allerdings nicht in Erfahrung bringen. (OS)
RATS OF GOMORRAH
Das Braincrusher hat inzwischen schon viele verschiedene Bandkonstellationen auf der eigenen Bühne begrüßen dürfen – auch Zweiercombos waren darunter hin und wieder vertreten. Einen Eindruck aus der obersten Schublade hinterlassen dieser Tage RATS OF GOMORRAH aus Kiel, die sich mit ihrem punkig orientierten Death Metal direkt in die Herzen und Mähnen der Zuschauer hämmern. Das Duo aus Moritz Paulsen an den Drums, der zwischenzeitlich beim ASPHYX-Cover „Deathhammer“ auch mal in Chris-Reifert-Manier keift, und Frontmann Daniel Stelling harmoniert hervorragend, positioniert sich politisch klar und ist für vielerlei Späße zu haben. Für die nötige Ernsthaftigkeit sorgt der prall ausstaffierte Sound, die fetten Gitarren und die Nackenbrecher-Kompositionen, die an dieser Stelle erst einmal getoppt werden wollen. (PO)
PROSCRIPTION
Den ersten Versuch dazu unternehmen die finnischen Black-/Deather von PROSCRIPTION und die Vorschusslorbeeren könnten für diesen Geheimtipp des Abends kaum größer sein. Die beiden Platten „Conduit“ und „Desolate Divine“ gelten als Himmelsverdunkler der allerübelsten Sorte. Entsprechend fast schon ehrfürchtig gespannt scheint die Menge vor dem Auftritt der Nordeuropäer, die dann allerdings selbst recht schnell für Desillusion sorgen. Was das Quartett um den gebürtigen US-Amerikaner Terry Clark hier abzieht, ist beileibe keineswegs schwach, doch angesichts der tiefschwarzen Albensogwirkung recht generisch. Über die gesamte Spielzeit brettern die Finnen zwar irgendwie solide durch ihr Set, doch einen richtigen Stempel vermögen sie der Jahnhalle am heutigen Tag nicht aufzudrücken. (PO)
BLOOD RED THRONE
Ganz anders ihre Landesnachbarn von BLOOD RED THRONE, die auf der gemeinsamen Tour u.a. mit VADER die Messer ganz offensichtlich mächtig geschärft haben. Vieles kommt natürlich vom aktuellen Album „Stiltskin“, doch auch die brutalen Duftmarken der älteren Werke hinterlassen ausschließlich Schutt und Asche. Die Übergänge funktionieren blitzsauber, die Soli sind absolute Killer und Sänger Sindre Wathne Johnson brüllt extrem energiegeladen. Da wird die Besorgnis, die Norweger könnten etwas zu modern die eigentliche Ausrichtung des Festivals agieren, bedenkenlos hinfort gewischt und durch florierende Spielfreude ersetzt. Bassist Stian Gundersen und Gitarrist Daniel Olaisen sind praktisch pausenlos in Bewegung und dürften nach der Show reif für die Halskrause sein. (PO)
DODHEIMSGARD
Das Braincrusher hat ja bekanntlich einen aschfahlen Old-School-Teint (mit hartem D), der ohne starken skandinavischen Einschlag nicht so düster wäre. Insofern tritt mit DHG die dritte Band aus Nordeuropa in Folge an. Oft wird das Quintett als der Avantgard-Hit schlechthin gepriesen, den übertriebenen Pathos finden wir heute aber ein wenig drüber. Wie ein Contemporary-Darsteller fällt Sänger Victonik immer wieder vorn über, leidet und schmachtet offenbar und wird von einem überaus atmosphärischen Sound umgeben. Das ist alles schon sehr gut gemacht, der Funke springt aber nicht so richtig über. (OD)
THE RUINS OF BEVERAST
Mit viel Tragweite und breitem Klangteppich geht es mit den Aachenern dann weiter und während die Jahnhalle in diffuses, blaues Licht eintaucht und die Nebelmaschine ordentlich angeschmissen wird, gelingt den RUINS, was ihre Vorgänger nicht schafften. Die düstere bis melancholische Stimmung zieht das Publikum in seinen Bann und wir fühlen uns an einen gesegneten Auftritt beim Party.San vor wenigen Jahren erinnert, als die Band das Zelt in einen Ort von Rausch, wohltuendem Lärm und Schweiß verwandelte. Überragender Auftritt und Höhepunkt des ersten Tages. (OD)
ROTPIT
Nach so viel Gefühl, darf es zum Ende des Auftakts gerne noch einmal etwas aufwühlender werden. ROTPIT liefern auch genauso, wie bestellt. Da sägen die Gitarren (der schwedische Teil der Band) und gehen die Stimmbänder in ein so tiefes Grunzen (der deutsche Part) runter, dass schnell ein Höllenlärm entfacht. Natürlich sind die verbliebenen Ohrenpaare im Saal mittlerweile sehr beansprucht von einem langen Tag, aber die Stimmung ist zur späten Stunde absolut in Ordnung und von echten Ermüdungserscheinungen ist nicht viel zu spüren. ROTPIT spielen sich derweil in Rage und bedienen sich dabei ihrer noch nicht umfangreichen Diskografie („Let There Be Rot”, „Long Live The Rot”). Das macht auf jeden Fall Spaß und lässt uns gut gelaunt in die Cocktailbar im Obergeschoss der Jahnhalle aufbrechen, wo die mittlerweile legendären Aftershow-Partys stattfinden. (OD)
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metal.de Redaktion 































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