
Die unheilige Dreifaltigkeit aus Bandkopf Gene Palubicki, Ron Parmer (u.a. MALEVOLENT CREATION) und Alex Blume (u.a. ARES KINGDOM) hat aus dem vergangenen Jahr 2025 noch einen Nachbrenner auf der Pfanne, der vor allen Dingen bei traditionellen Diabolisten für glühende Augen sorgen könnte. „Malign Apotheosis“ heißt das fünfte Werk der Kombo aus Tampa, Florida, und setzt nahezu ausschließlich auf den altbewährten Vorschlaghammer, der auf früheren Rezensionen zur Band schon aufs Tableau gebracht wurde.
Der altbewährte Vorschlaghammer
Hat man auf seinem entsprechenden Wiedergabeformat die „Repeat“-Funktion eingeschaltet, könnten PERDITION TEMPLE hier auch recht problemlos ein Album mit einer Länge von über einer Stunde geschrieben haben. Ohne Intro, ohne instrumentale Einleitung, viel mehr mit höllischen Blasts im Gepäck beginnt „Resurrect Damnation“ und schreddert sich mit staubtrockenem Sound durch die ersten vier Minuten. Kurzer Break und „Kingdoms Of The Bloodstained“ wühlt genau da Erde auf, wo der Vorgänger bereits einen Krater hinterlassen hat.
Trotz des monotonen Keifgesangs von Blume lassen sich hier und da repetitive Textstrukturen erkennen und somit eine Verbindung zu etwas Refrainähnlichem feststellen. Das allerdings so rudimentär, wie nur irgendwie vorstellbar. Dass Palubicki als Gründungsmitglied von ANGELCORPSE einen gewissen Holzhackerstil fährt und diesen mit PERDITION TEMPLE dieser Tage weiterführt, dürfte in etwa einen Einblick darüber geben, mit welchem kompromisslosen Nachdruck die US-Amerikaner hier auffahren.
Monotoner Teufelscocktail
Folglich ist „Malign Apothesis“ ein diabolischer Cocktail aus schnellen Hammerschlägen aufs Haupthirn mit einer mal mehr, mal weniger subtilen Thrash-Schlagseite sowie chaotischen Quietsche-Soli, der aufgrund ihrer bestialischen Unnachgiebigkeit eine eher schwarze Atmosphäre aufweist. Abgesehen vom teilweise stampfenden Titeltrack und dem etwas markant thrashigeren Rausschmeißer „Fell Sorcery“, präsentiert sich „Malign Apotheosis“ ziemlich reinrassig und bar großer Variationen, was Tempo oder Ausrichtung angeht.
Mit dem Verweis auf das ehemalige Hauptprojekt das Bandleaders sowie einer Prise klassischer MORBID ANGEL fährt man inhaltlich hier gar nicht so falsch, doch man muss sich darauf einstellen, dass hier schon ein ziemlich monotoner Film läuft.

Patrick Olbrich


















5/10 ist schon arg niedrig.
Auch wenn ich nachvollziehen kann, dass Perdition Temple nicht jedermanns Geschmack ist, ist diese Wertung nicht nachvollziehbar.
Die Riffs sind stabil, technisch ist das sowieso alles auf sehr hohem Niveau.
Da müssten meiner Meinung nach mindestens 1 – 2 Punkte draufkommen, wer auf Blastlastigen Deathmetal steht kann gerne auch 3 Punkte draufrechnen.
Joa, seh ich auch so. Mag auch grundsätzlich den südamerikanischen Charme, von dem die Platte durchdrungen ist, ganz gern. Die höhenlastige Produktion versprüht leider mehr „Of Lucifer and Lightning“ als „Exterminate“ Vibes, aber da kann ich drüber hinwegsehen. Wie man den selben Stiefel noch ne Ecke stärker, weil musikalisch ausgefeilter und weniger geradlinig, runterzockt, hat Palubicki übrigens mit dem zeitgleich erschienenen Debüt von Malefic Throne (die „Supergroup“ um Steffen Tucher und Johannes von der langen Straße) nachgewiesen.
Perdition Temple kratzen bei mir knapp an der 7.
6,5