Prong - Ruining Lives

Review

In ihrer fast 30-jährigen Bandgeschichte haben PRONG fast alle Höhen und Tiefen des Geschäfts durchlebt. Nach einer längeren Phase der Neuorientierung legten Tommy Victor & Kollegen zuletzt vor zwei Jahren eine starke Platte vor – und schürten damit die Hoffnung, dass es bei den US-Amerikanern künftig wieder etwas geordneter und auch produktiver zugeht. Diese Annahme bestätigen PRONG nun mit der Veröffentlichung ihres neuen Langeisens „Ruining Lives“, dem mittlerweile neunten Studioalbum.

Auffällig ist zunächst der trockene, druckvolle Sound der Scheibe: Sicher werden viele Anhänger der PRONG-Frühwerke mit der Abmischung ihre liebe Mühe haben, denn wirklich „charakteristisch“ klingt nur noch Victors Stimme – das restliche Instrumentarium tönt vergleichsweise austauschbar. Dennoch stellt sich der Sound insgesamt als ausgesprochen treffend heraus, weil er den Thrash-lastigen Kompositionen auf „Ruining Lives“ die nötige Frische und Kompaktheit verleiht.

So beginnt der Opener „Turnover“ bemerkenswert brachial: Krachende Snare-Salven und rüdes Riffing eröffnen den Song, bevor die im Mid-Tempo stampfende Thrash-Strophe und ein in typisch abgehackter Manier shoutender Tommy Victor in den überraschend melodischen Refrain leiten. Gegen Ende gibt es dann noch eine Ladung Groove obendrauf – starker Auftakt!

Das anschließende „The Barriers“ legt dann noch eine Schippe obendrauf und holzt energisch und vehement voran – dieser Song dürfte vor allem live für mächtig Nackenschmerzen sorgen. Zu den weiteren Highlights zählt zweifelsfrei das abwechslungsreiche „Windows Shut“, das den eleganten Spagat zwischen psychedelischen Clean-Gitarren und krachendem Gelärme bewältigt, sowie das rasante „The Book Of Change“, das zu Beginn zwar leicht holprig, aber mit viel Druck auf dem Kessel daherkommt.

Schwächen offenbart die Scheibe im etwas trägeren, irgendwie unrund wirkenden Titeltrack, der im Gegensatz zu den meisten anderen Songs nicht auf den Punkt kommt. Vielleicht zündet der Track aber auch nicht in dem Maße, weil die um ihn herum platzierten Mid-Tempo-Stücke einfach zu viel Spaß machen, um sich auf eine merklich zähere Nummer wie eben diese einzulassen. Zu den zwar soliden, aber keinesfalls herausragenden Songs zählen letztlich auch noch das zurückhaltende „Self Will Run Riot“ und das eigenwillige „Come To Realize“.

Am Ende steht dennoch eine insgesamt überzeugende Scheibe, die sich denkbar knapp die acht Punkte sichert. Der Grund: Auch wenn „Ruining Lives“ vielleicht nicht durchgängig mit Hits gespickt ist, kann die Platte nach den gelegentlichen Wackel-Momenten das Ruder stets mit saftiger Riff-Power wieder herumreißen. Wie gesagt: Mit dem Sound müssen viele Fans erst einmal warm werden, rein musikalisch sortiert sich „Ruining Lives“ aber unter den Highlights der Diskografie ein. Willkommen zurück, die Herren!

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31.05.2014

"Am Ende isses immer Arbeit."

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