Prong - X - No Absolutes

Review

PRONG kehren mit ihrem zehnten Studioalbum „X – No Absolutes“ zurück, das in puncto Sound mit seinem Vorgänger „Ruining Lives“ vergleichbar ist. Das heißt: Die Gitarren klingen extrem crisp und heavy, das Schlagzeug hat eine gewaltige Durchschlagskraft, der Bass wummert schön und Tommy Victors Gesang thront jederzeit verständlich über dem Geschehen – eine Produktion wie aus dem Lehrbuch.

Hier enden die Ähnlichkeiten aber, da die Songs von „X – No Absolutes“ nicht annähernd an die Qualität des Vorgängers heranreichen. PRONG bringen eine ganze Palette vielversprechender Ideen ins Spiel, machen schlussendlich aber wenig daraus. Beispiel: Das eröffnende „Ultimate Authority“ mit seinem galoppierenden Rhythmen und dem fiesen Refrain ist eigentlich ein guter Start, dann aber kehrt der Song übergangslos zu seiner Ausgangsposition zurück. Man merkt, dass da irgendetwas fehlt. Es fühlt sich einfach so an, als wäre der Song nicht fertig gedacht gewesen, als ob man ihn eilig dem aggressiven, deutlich besseren „Sense Of Ease“ voran geschrieben hätte, da letzteres sich kaum als Dosenöffner eignet.

Dem wiederum folgt eine Reihe wenig berauschender weil absolut durchschnittlicher Midtempo-Songs, die allein durch die fette Produktion im Bereich des Hörbaren bleiben und dank Tommy Victors markanter Stimme als PRONG-Songs zu identifizieren sind. Der Titeltrack lässt mit seinen Synthesizer-Effekten noch mal kurz aufhorchen und an vergangene Tage denken, ehe das absolut unmögliche Pop-Metal-Söngelchen „Do Nothing“ dann jegliche Hoffnung auf Besserung zu begraben scheint. Hier erreicht „X – No Absolutes“ seinen Tiefpunkt. Wer danach noch Mut hat, darf sich mit den folgenden Tracks über diesen Ausrutscher hinwegtrösten, wenn auch diese kaum mehr als PRONG-Stangenware sind – nicht die schlechteste zwar, aber eben auch nicht die bemerkenswerteste. Einzig „With Dignity“ mit seinem cheesigen Mitsing-Refrain und den kecken Grooves bleibt wegen seiner unverschämten Eingängigkeit im Gehörgang hängen.

Tja, PRONG machen es sich mit „X – No Absolutes“ im Reich der gehobeneren Mittelmäßigkeit bequem. Einzelne Songs können für sich eine gewisse Qualität beanspruchen und die fette Produktion bügelt einen Großteil der Falten wieder glatt, aber dennoch kann ich mich nicht des Verdachtes erwehren, dass das Trio ihr zehntes Album an einem oder zwei Wochenenden zusammengeschustert hat. Zu viele gute Ansätze bleiben in der Luft hängen, sodass das Songmaterial kaum zwingend genug ist, um vollends zu überzeugen. Immerhin ist außer „Do Nothing“ kein weiterer Totalausfall zu vermelden, sodass Fans der Band doch ein Ohr riskieren können.

02.02.2016

Sitzt, passt, wackelt, hat Luft.

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