Protector - Summon The Hordes

Review

Soundcheck April 2019# 22

Ob sich PROTECTOR einer Frischzellenkur unterzogen haben, wissen wir natürlich nicht. Aber „Summon The Hordes“ wirkt null Komma null wie die Scheibe einer altgedienten Kapelle. Sorry Männer, aber ihr seid halt nun mal alt! Dieser gerade mal siebte Streich der seit immerhin schon 1986 (mit Unterbrechung) aktiven Niedersachsen hat viel mehr etwas von einem wütenden, kompromisslosen und unglaublich frischen Debüt. Genau so muss Thrash klingen, genau so macht er herrlich dreckigen Spaß. „Summon The Hordes“ ist vermutlich die beste PROTECTOR-Scheibe seit dem genialen „A Shedding Of Skin“ (1991), ziemlich sicher aber seit dem Comeback 2011. Aber hübsch der Reihe nach.

Ein Thrash-Gewitter der feinsten Sorte, bretthart und knochentrocken

Gleich mit dem Opener „Stillwell Avenue“ entfachen PROTECTOR umgehend ein Thrash-Gewitter der feinsten Sorte, bretthart und knochentrocken. Dazu gesellt sich natürlich das urtypische Gekeife von Bandchef Martin Missy und verleiht dem Sound diesen feinen klitzekleinen Death-Metal-Einschlag.

Im Thrash musst du bekanntlich nicht zaubern, Thrash muss dir räudig in die Kauleiste knallen, und genau das gelingt „Summon The Hordes“ prima. Da gerät der Pit in Raserei, da tropfen Blut und Schweiß von der Decke. Ob nun mit „Steel Caravan“, „Two Ton Behemoth“ oder „Three Legions“, um nur ein paar Beispiele zu nennen, PROTECTOR stürzen sich immer wieder mit rein ins Getümmel. Da fliegen Haare und Knochen, bis es so richtig weh tut.

„Summon The Hordes, PROTECTOR is in town!“

Aber auch die Midtempo-Liebhaber werden nicht vergessen und mit „The Celtic Hammer“ sowie Teilen von „Realm Of Crime“ oder aber „Meaningless Eradication“ bestens befriedigt. PROTECTOR reduzieren sich und ihren Sound auf das absolut Wesentliche und setzen die begrenzten Stilmittel des Thrash prima ein. Die schlichte Eingängigkeit überzeugt, das Strickmuster bleibt stets das gleiche und die Qualität der Scheibe ist durchgängig hoch. Und die Herren lassen nicht nach, null, es geht immer unnachgiebig vorwärts. Der kurze Fun-Kracher „Glove Of Love“ beschließt schließlich den Reigen, ein letzter Wirkungstreffer. Man könnte an dieser Stelle durchaus leicht bemängeln, dass der Platte vielleicht der eine oder andere Überhit fehlt, man kann es aber auch einfach lassen.

Die alten Männer zeigen der Jugend, wie es richtig geht und vor allem wo der Thrasher die Dresche bezieht. Konstanz und Konsequenz dieser Scheibe sind absolut beeindruckend.“Summon the hordes, PROTECTOR is in town!“ Jawoll, aber sowas von! Und wenn die Jungs mal in eurer Stadt zum Tanztee bitten, bitte unbedingt hingehen und die wohlverdiente Prügel abholen.

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16.04.2019

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