Protector - Reanimated Homunculus

Review

PROTECTOR aus Wolfsburg hatten in den Achtzigern das Pech der späten Geburt. Während die Großen des deutschen Thrash schon um 1984 erste Ausrufezeichen setzen konnten (ob nun mit Veröffentlichungen oder noch im Demostadium), wurden PROTECTOR erst 1986 gegründet. Trotz guter bis sehr guter Platten wie „Golem“ oder „Urm The Mad“ konnte die Band nicht wirklich Anschluss finden. Besetzungswechsel, sowie eine stilistische Kurskorrektur vom Thrash- hin zum Death-Metal, taten ihren Teil dazu bei, dass PROTECTOR keine großen Erfolge feiern konnten. Mit „Reanimated Homunculus“ versucht die Band nun erneut einen Fuß in die Tür zu bekommen.

Dabei handelt es sich bei dieser ‚Reunion‘ nicht wirklich um eine. Lediglich Sänger Martin Missy, der die ersten Scheiben eingesungen hat, ist aus alten PROTECTOR-Tagen mit an Bord. Um sich hat der mittlerweile in Stockholm lebende Sänger drei einheimische Musiker geschart, die dem Sound von PROTECTOR nicht nur huldigen, sondern ihn auch wieder zurück zu seinen Wurzeln führen. Das heißt im Klartext, die Tendenz geht wieder eindeutig in Richtung Thrash Metal, was vor allem Freunde der ersten Releases freuen dürfte. Die Riffs von Gitarrist Michael Carlsson erinnern nicht selten nach einer Mischung aus alten PROTECTOR, sowie SODOM zur „Persecution Mania“-Phase und auch Sänger Martin klingt mit seinen giftigen Shouts wie zu seinen besten Zeiten. Überhaupt wirkt „Reanimated Homunculus“ nicht wie die Scheibe einer Band, die durch eine Reunion noch einmal Aufmerksamkeit auf sich ziehen will. PROTECTOR zeigen sich hungrig, wie eine junge Band. Songs wie der Opener „Sons Of Kain“, „Birth Of A Nation“ oder „Holiday In Hell“ atmen zu jeder Sekunde den Spirit der Achtziger und dürften jeden Thrasher in Verzückung oder zumindest bildlich angenehm in die goldene Ära des Thrash zurück versetzen. PROTECTOR präsentieren uns schneidige Riffs, aggressives Geknüppel, für die Band typische Songstrukturen und Arrangements. Also all das, wonach es dem Thrasher der alten Schule verlangt. Was hier nicht so ganz zu dem eigentlich schönen Old-School-Gesamtsound (die Gitarren sägen schön, sind aber keineswegs überproduziert) passen will, ist hingegen der Klang der Schlagzeugs. Die getriggerten Bassdrums harmonieren schlecht mit dem Sound der Gitarren, was unter dem Strich Abzüge in der B-Note bedeutet.

Dennoch dürfen sich Thrasher das Album, das mit einem gelungenen Kristian Wahlin-Cover ausgestattet ist, aber guten Gewissens auf den Einkaufszettel schreiben. PROTECTOR sind wieder da und setzen genau dort an, wo sie nach „Urm The Mad“ aufgehört haben und das ist meiner Meinung nach gut so.

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10.09.2013

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