1Die 2021 gegründeten ROSA FAENSKAP aus Norwegen legen mit „Ingenting Forblir“ ihr zweites Studioalbum vor. Das Trio hat uns bereits auf dem Inferno Festival 2025 mit seiner Performance überzeugt und liefert auch auf Platte. Ebenfalls weiter zutreffend ist der Begriff „erfrischend“, den wir in unserem damaligen Bericht für die Band verwendet haben. Ihrem Black und Post-Black mischen ROSA FAENSKAP allerlei zusätzliche Einflüsse bei, die in dieser Kombination nicht oft gesehen sind. Den meisten Raum nimmt dabei der Hardcore ein; Doom, Post-Rock und etwas Prog folgen prompt. Der Mix nimmt gern wilde Züge an und ergibt ein eklektisches Gesamtbild, das sehr gut funktioniert. Dass der thematische Fokus auf der Bekämpfung von Homophobie, Faschismus und Co. liegt, schafft zudem gesellschaftliche Relevanz.
ROSA FAENSKAP setzen ihre Stilmittel zielsicher ein
Zu Beginn ahnt man noch nicht, um was für ein Chamäleon es sich bei „Ingenting Forblir“ handelt. „De Svake Mannen“ startet mit melancholischem Gezupfe und einem kleinen Spannungsbogen, und könnte als klassische Post-Black- oder Shoegaze-Nummer durchgehen. Schleppend-doomig geht es weiter; die schwermütige Grundstimmung bleibt mit einer repetitiven Leadmelodie erhalten. Auch der bald folgende schwarze Ausbruch ist noch nichts Besonderes. Spätestens ab dem zweiten Track „Faenskap for Alltid“ wird es experimenteller, jedoch ohne den Versuch, avantgardistisch zu sein. Zu typisch schwarzem Riffing gesellen sich punkige Vocals, Tempowechsel kommen unerwartet und die Ausbrüche bewegen sich irgendwo zwischen Black Metal und Hardcore. Der volle und druckvolle Sound, der auch mal eine rohe, dreckige Bassline hervorstechen lässt, passt dazu wunderbar.
„Ingenting Forblir“ ist modern ohne Klischees
ROSA FAENSKAP kreieren so einen modernen Stil, der ohne Klischees des Modernen auskommt. Bei aller Eklektik behalten sie den (Post-)Black als Referenzpunkt und sorgen für eine starke stilistische Basis. „Ingenting Forblir“ gelingt zudem die Balance zwischen Melodik und Verträumtheit sowie rasender Wut. Echte Highlights dazu bilden die letzten drei Stücke auf dem Album. Besonders „Famler i Hatet“ ist äußerst stark geworden. „Faenskap for Alltid“ und „Klarhet i Kaos“ überzeugen dagegen etwas weniger. Der Rausschmeißer „Jeg Våkner Snart“ stellt mit neuneinhalb Minuten ein Viertel der Gesamtlaufzeit und reißt nochmal alles ab, was die Band zu bieten hat. Das zur Kakofonie anwachsende Finale ist ein sehr passendes Ende für das Album und versinnbildlicht, wofür ROSA FAENSKAP stehen. Eine klare Empfehlung.

Rosa Faenskap - Ingenting Forblir [Vinyl LP]
Angela































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