Sagrotanon - Sagrokalypse

Review

Eine Band aus dem tiefsten Underground mit spärlich designtem Cover-Artwork, deutschen Texten, verpackt in Brutal Death Metal? Sorry, aber ich habe in letzter Zeit derart schlechte Erfahrungen mit solchen Späßchen gemacht, dass mir bereits vor dem Hören rein psychosomatisch ein bisschen übel wird. Dafür kann die Band rein gar nichts, wie sich auch im Anschluss nochmals musikalisch beweisen sollte, dennoch bin ich hinsichtlich dessen Heutzutage eher ein vorsichtiger Genießer. Hinzu kommt, dass die EP der Wuppertaler auch deren erstes öffentliches Lebenszeichen darstellt, ein Schuss in den Ofen erscheint wahrscheinlich.

Mit fest zugehaltenen Ohren, nur langsam etwas Druck von den Händen ablassend gebe ich dieser Scheiblette also ihren ersten Durchlauf und siehe da, als die ersten Töne an meine Hörschüsseln dringen, geht’s mir schon viel besser. Was SAGROTANON auf dieser fünf Tracks starken Platte fabrizieren, ist zwar herrlich belanglos, aber zumindest handwerklich solide und grundsätzlich ganz gut anhörbar. Der Vierer spielt eine moderne Mixtur aus Brutal Death Metal, Grindcore und typischen Deathcore-Trademarks wie etwa wummernde Beatdowns, die ich definitiv schon in deutlich schlechterer Ausführung gehört habe.

Es klingt immer so gleichgeschaltet doof: Man hat eine junge Band mit ihren frühsten Gehversuchen, die ihre Sache eigentlich ganz vernünftig macht, und doch klingen immer wieder dieselben Kritikpunkte an. Kein eigenes Gesicht, keinerlei Höhepunkte, einseitiges Songwriting. Da fragt man sich als Kapelle zu Recht, warum machen das die anderen besser? Die kochen schließlich auch mit Wasser. Das tun die meisten tatsächlich auch, aber das ist wie mit einem tollen Gericht von Tim Mälzer und meinem eigens hingequälten Spiegelei Samstagmorgens. Qualitativ ist da einfach ein Unterschied, einhergebracht garantiert auch durch Talent, aber vor allem durch jahrelange Erfahrung. Von daher sind solche Rezensionen nicht als gnadenloses Abschmettern zu verstehen, auch diese nicht, denn mit einigen Verfeinerungen steckt in SAGROTANON noch einiges drin.

07.04.2011

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