Sanctification - Black Reign

Review

Namedropping at its best! Mit den wenig bis gar nicht bekannten SANCTIFICATION scheint heuer ein gutes Geschäft machbar zu sein. In ihren Reihen tummeln sich nämlich einige alte Bekannte aus der Death-Metal-Szene. Den harten Kern der Truppe bilden die (ehemaligen) IN BATTLE-Musiker Tomas Elofsson, Marcus Edvardsson und Nils Fjellström.
Doch der Clou kommt erst noch: Produziert wurde das zweite Album der Schweden von keinen geringeren als den Brüdern Tommy und Peter Tägtgren. Damit wäre schon der erste Aufkleber auf der Hülle der CD gesichert. Doch Peter hat es sich nicht nehmen lassen, auch noch ein paar Backgroundvocals beizusteuern – der Aufkleber wird immer größer. Und um das Glück der Marketingabteilung perfekt zu machen: Alleine wollte Herr Tägtgren wohl nicht, weshalb er seinen alten HYPOCRISY-Sänger Masse „Emperor Magus Caligula“ Broberg (DARK FUNERAL) gleich mit in die Gesangskabine zerrte – ein extra Cover bitte!

Die entscheidende Frage ist aber: Machen all diese Gastauftritte „Black Reign“ wirklich zu dem Maßstab in Sachen modernem Death Metal, wie es SANCTIFICATION gerne hätten? Die klare Antwort lautet: Nein, machen sie nicht.
Das heißt zwar nicht, dass es an diesem Album groß etwas auszusetzen gäbe, in der heutzutage vorherrschenden Veröffentlichungsflut sticht es aber auch nicht groß heraus. Natürlich, die Produktion drückt und schiebt (der Gitarrensound erinnert dezent an Meister Tägtgrens eigene Werke der Neuzeit), das extrem tighte Schlagzeug ballert einem fast Löcher in die Lautsprecher und die vereinzelten Grooveparts zwingen einen zum lässigen mitnicken.
Doch genau hier liegt der Knackpunkt: Vereinzeltes Mitnicken reicht eben nicht, wenn man an die Spitze will. „Black Reign“ ist eben „nur“ solide, Glanztaten sucht man meist vergebens. Ein weiterer Punkt, der diesem Album höhere Weihen verwehrt, ist der etwas zu eintönige Gesang von Kristoffer Hell, der in seiner Art (relativ tief und geröchelt) zwar gut zu dem von der Band gespielten brutalen Death Metal passen würde, aber auf jeden Fall mehr Abwechslung vertragen könnte.
An diesem Punkt müssen SANCTIFICATION jetzt aber nicht mehr arbeiten, da Hell die Band mittlerweile verlassen hat und von Masse Broberg ersetzt wurde. Um kurz abzuschweifen und etwas Licht ins Verstrickungsgewirr zu bringen: Der Emperor Magus ist drin, Fjellström dafür raus. Der spielt aber auch aktuell bei Caligulas Hauptband DARK FUNERAL Schlagzeug. Elofsson und Broberg kennen sich von GOD AMONG INSECTS. Peter Tägtgren hätten alle gern. Bei solch inzestuösen Verhältnissen muss man sich nicht wundern, wenn irgendeiner Band mal ein dritter Arm wächst!

Wie gesagt, schlecht ist „Black Reign“ bestimmt nicht, doch besonders, was die Originalität der Kompositionen angeht, gibt es noch einiges zu bemängeln. Wer sich aber daran und an der etwas knappen Spielzeit nicht stört, des Weiteren eine harte Death-bzw. Extreme-Metal-Platte im Stile von Bands wie z.B. ZYKLON zu schätzen weiß, ist mit SANCTIFICATIONs „Black Reign“ sicher gut bedient.

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07.07.2009

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