Scrap - Endzeit

Review

Oje, was sucht mich denn hier heim? Aus Brandenburg erreicht mich die neue Vier-Track-EP von SCRAP. Und die klingt, als sei sie auf dem Postweg einige Jahre verschollen gewesen. Denn „Endzeit“ – so der Titel dieses Machwerks – ist weder zeitgemäß, noch auf irgendeine Weise charmant old schoolig, sondern bedient sich tatsächlich beim uninspirierten deutschen Crossover, der einmal hip war, als entsprechende Bands irgendwie auf Selbstfindungstrip und auf der Suche nach neuen harten Ausdrucksweisen waren. Zwar gab es damals mit dem einen oder anderen FARMER BOYS-Album auch mal eine Perle im Wust der Niemandsbands, aber im Endeffekt spricht es wohl Bände, dass es die heute alle nicht mehr gibt. Und die Musik zum Glück auch nicht. Mit dieser Ausnahme hier.

Es ist nicht zu glauben, dass die Band bereits 1997 gegründet wurde und es selbst nach knapp zehn Jahren nur auf dieses bemitleidenswerte Häufchen Elend bringt, bei dem selbst jede Entwicklungshilfe zu spät kommt. Ein Songwriting, das seiner Bezeichnung spottet, völlig uninspiriertes Anfängerriffing, das selten über fünf Akkorde pro Song hinausgeht, ebenso spartanische Leads und holprige Holzhammer-Lyrik mit in Form gepresstem Vokabular, bei deren Refrains bei der hohlen Wiederholung der immergleichen Phrasenfragmente der Höhepunkt der Kreativität erreicht ist – das ist „Endzeit“. Ich bitte euch, sowas war schon 1997 total für den Eimer!

Mit beiden Augen und Ohren zu, klingen zumindest die beiden englischen Songs ein winzig klein wenig nach PANTERA oder MACHINE HEAD und sind damit weitaus erträglicher als die beiden muttersprachlichen Total-Verrecklinge. Denn die klingen, als hätte die Band untereinander die Instrumente getauscht und dann jeweils auf dem Rücken gespielt. Wie man es auch dreht und wendet: man wird den Eindruck nicht los, dass in SCRAP nicht umsonst „crap“ steckt. Wer zu viel Zeit übrig hat, kann sich die Songs auf dem myspace-Profil der Band (www.myspace.com/scrapband) runterladen, aber um die Band zu zitieren: „Es lohnt sich nicht“. Ganz ehrlich: in Zeiten, in denen ein Haufen ambitionierte Bands bereits nach einem halben Jahr mit ihrem Debüt zu überzeugen wissen, ist eine Scheibe wie „Endzeit“ einfach nur indiskutabel.

16.11.2006

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