Sigyn - From Nation To Chaos

Review

Soundcheck Juli 2026# 14

Mit SIGYN betritt eine Band die Bühne, die sich zwar bereits 2008 gründete, ihr Debütalbum „Dehumanized“ jedoch erst 2023 veröffentlichte. Zwischen 2011 und 2022 war die Gruppe inaktiv, was die lange Zeitspanne erklärt. Nun sind die Melo-Deather deutlich aktiver und haben ihren Zweitling „From Nation To Chaos“ am Start, der via Noble Demon erscheint. Darauf finden sich neun Stücke, die unmissverständlich in Finnland verortet sind.

SIGYN haben viel CHILDREN OF BODOM gehört

Man kann nicht behaupten, dass CHILDREN OF BODOM der einzige Einfluss der Finnen sind, doch die omnipräsenten Keyboards, die stellenweise eine weitere Gitarre imitieren, sind stark an die Alben bis „Follow The Reaper“ angelehnt. Zudem klingt Sänger Tapani Rantanen ein wenig nach Alexi Laiho (Dio habe ihn selig).

SIGYN biedern sich diesem Sound jedoch nicht an, sondern lassen sich von ihm inspirieren und schreiben Songs, die finnischen Melodic Death Metal der Mitte der 2000er-Jahre atmen. Sie garnieren den Stil mit modernen Zwischenspielen und Breakdown-artigen Passagen und erschaffen so eine Klanglandschaft mit hohem Wiedererkennungswert.

Neben den flinken Keyboards gibt es auch orchestrale Synths, die die Stücke stimmungsvoll untermalen. Da die acht Tracks plus Interlude eine Spielzeit von knapp fünf bis über sechs Minuten haben, bleibt genug Raum für Soundspielereien und Experimente. So wird der Ritt nicht langweilig.

Wie es sich für die finnische Ausprägung dieses Genres gehört, finden sich auch Elemente des Power Metal wieder, und selbst eine Prise Black Metal hat sich bei „Illusion Of Justice“ eingeschlichen. Das klingt gut und macht Lust auf mehr.

„From Nation To Chaos“ ist kurzweilig und ideenreich

Statt sich etwas Halbgares Neues auszudenken, liefern SIGYN ein Potpourri bekannter Ideen und würzen diese mit kleinen Experimenten sowie einer sehr guten Umsetzung. Vom Sound bis zum Songwriting greift hier vieles ineinander, sodass „From Nation To Chaos“ ein vielversprechendes Newcomer-Werk ist.

17.07.2026

Redakteur für alle Genres, außer Grindcore, und zuständig für das Premieren-Ressort.

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