Slaughterra - Slaughterra

Review

Das Cover sieht eindeutig nach Death Metal aus, ein bisschen wie ein besonders trashiges Exemplar aus der Frühphase von CANNIBAL CORPSE. Man sieht einen muskelbepackten, debil dreinblickender Zombie (oder Oger?) mit einem beeindruckenden Schlachtmesser. In der linken Hand hält er einen halb ausgeweideten Globus. Damit hätte sich dann auch schnell das verdammt pfiffige Wortspiel (Slaughter – Gemetzel, Terra – Erde) erklärt.

So einfach gestaltet sich die Sache dann aber doch nicht. Die fünf Landauer spielen keineswegs reinen Death Metal, auch wenn die Elemente durchaus da sind. Vielmehr ließe sich ihr Stil als eine durchaus innovative, recht thrashige und melodiegesättige Metalcore-Spielart bezeichnen. Den Death Metal-Anteil bringt eindeutig Sänger Julian. Er beschränkt sich ganz auf tiefe Growls, teilsweise fast auf Mikael Akerfeldt-Niveau („Slaugtherra“), was einen interessanten Ansatz darstellt in einem Genre, das ansonsten vor Clean-Refrains und unmotiviertem Gekreische nur so überquillt.

Das Album startet mit einem kurzen melodischen Intro, welches dann in den Opener „Burnout“ übergeht. Hier gibt es direkt ordentlich Tempo und einen amtlichen Groove. Der Song erinnert an den Erstschlag der Old School Death-Hommage BLOODBATH: Simple Riffs und gewisse brutale Eingängigkeit. Das Break zur Mitte des Songs lässt aber streckenweise auch an LAMB OF GOD denken. „Slaughterra“ walzt im Anschluss mit starken Thrash-Anteilen fast alles nieder. Eine einprägsame Gitarrenmelodie zieht sich fast den ganzen Song hindurch. Sowieso kommt die Melodie trotz voll durchgetretenem Gaspedal eigentlich nie zu kurz. So gibt es auch ein kleines Basssolo gegen Ende des Songs.

Auf „Can You Handle This“ (Bitch!) und „Depression Suicide“ geht es gewohnt weiter. Immer mit hohem Tempo, Doublebass und auch fast nie ohne Breakdowns. Generell wird eine Vielzahl unterschiedlicher Elemente des extremen Metal durchaus geschmackvoll verzahnt, so fügen sich auf die Blastbeats im Intro zu „God Bless The Godless“ wirklich gut ein. Bei „Haunted By The Dread“ scheint sich zumindest im Intro zunächst ein schweres, langsames und episches Stück Musik anzubahnen, bald verfällt aber auch dieser Song wieder in den thrashigen SLAUGHTERRA-Stil.

Totalausfälle sucht man auf dem Album vergeblich. Mal kommen die Songs mit einem apokalytischen Groove daher („Hate Myself“, „Leading Terror“), mal wird dem Death Metal gehuldigt („About To Fail“), immer sind die Trademarks aber eindeutig. Natürlich erfinden SLAUGHTERRA keine Spielart des extremen Metal hier neu, was allerdings auch niemand erwartet. Von den Jungs an den Instrumenten braucht sich in technischer Hinsicht niemand zu verstecken, die Vocals sind kraftvoll und aggressiv und das Songwriting ist abwechslungsreich. Mit ihrem Debütalbum liefert die Band ein beeindruckendes Statement ab und weckt Hoffnungen auf noch so manche gute Scheibe, die vielleicht folgen wird. Das Potential ist definitiv da.

25.10.2013

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