Solfernus - Hysteria In Coma

Review

Hach ja, was wäre der Black Metal ohne die guten alten Klischees? SOLFERNUS greifen bereits bei der Gestaltung tief in die prall gefüllte Kiste der Stereotypen und schmücken ihr Album „Hysteria In Coma“ mit einem stilecht geschminkten, böse dreinblickenden Gesellen, der den ebenfalls auf dem Cover befindlichen Pontifex grimmig anfunkelt. Im Booklet geht die Revue der närrischen Mienen dann lustig weiter und jeder der vier Tschechen darf mal mit seinem bescheuertsten Gesicht in die Kamera gaffen…

Auch das unheilig benannte Intro „Lucifer’s Orchestra“ langt nochmal ordentlich in die oben genannte Kiste und klingt wie die Musik, die in den alten Nintendo-Rollenspielen immer dann kam, wenn man kurz vor der Tür des Endgegners stand. Ihr wisst schon – soll böse sein, majestätisch und angsteinflössend, erzielt aber im Endeffekt genau das Gegenteil und lockt mir lediglich ein gelangweiltes Gähnen hervor. Da wäre selbst Wario jetzt aufregender…
Der erste richtige Song „Advent Massacra“ kann leider auch keine wirkliche Begeisterung entfachen. Ständig wiederholte Standardriffs treffen auf extremes Schlagzeuggeknüppel und langweiligen Keifgesang, am Ende noch schnell ein zig-mal gehörtes Gitarrensolo eingestreut und das ganze mit stumpfsinnigen Texten unterlegt – braucht keine Sau.

Sicherlich beherrschen SOLFERNUS ihre Instrumente und sind fix wie die Handwerker – aber nur weil man einen Hammer halten kann, baut man noch lange kein schickes Haus. Hier fehlt es an Einfallsreichtum, Innovation und vor allem ABWECHSLUNG! Wenn man ein beschissenes Riff über den ganzen Song hinweg wiederholt wird es leider auch nicht besser. Natürlich darf auf einem typischen Black-Metal-Album auch die obligatorische Mid-Tempo-Nummer nicht fehlen, die sich bei SOLFERNUS in Form von „Victoria Karisma“ aufdrängt. Beginnt wieder mit Endgegnerkeyboards, schleppt sich dann ein wenig voran und streut im Mittelteil noch ’ne Runde True-Metal-Riffing ein – meine Schlaftabletten kann ich mir dank dieser unispirierten Nummer heute schenken.

Und wäre das Album mit knapp 34 Minuten nicht schon dürftig genug mit eigenen Songs gefüllt, baut man einfach nochmal gute 5 Minuten an Coversongs ein. Zunächst das mir unbekannte „Dogra’s Empire“ von ROOT und schließlich noch den Klassiker „The Antichrist“ von SLAYER. Auch das braucht wieder keine Sau, denn die alten Thrash-Veteranen haben die Nummer damals eindeutig besser eingetrommelt.
Tja, was bleibt zu sagen? Wer gerne leidenschaftslosen Knüppel-Black-Metal hört und keinen großen Bock auf Kreativität hat, dem könnte „Hysteria In Coma“ gefallen. Allen anderen rate ich, die Finger davon zu lassen und stattdessen lieber gute Musik zu hören oder ein schniekes Rollenspiel in die Konsole zu werfen!

24.06.2007

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