SorgSvart - Vikingtid Og AnArki

Review

Im Grunde wäre SORGSVART fast so ein bisschen an mir vorbei gegangen. Erst als mich der Chef fragte, ob ich ein Vorab-Review fürs Label machen wolle, wurde ich auf das Projekt der One-Man-Gang Sorg aufmerksam. Was für ein Glück! Denn sonst hätte ich vielleicht eines der musikalischen Highlights dieses Jahres verpasst.

„Vikingtid Og AnArki“ ist das zweite Werk des ziemlich eigensinnigen Nowegers, der das Album praktisch alleine einspielt. Neben sämtlichen Instrumenten (alle Gitarren, Bass, Keyboard, Percussion, verschiedene Flöten, Maultrommel usw.) übernimmt er auch alle Vocals, ob nun Clean, Growls oder Choräle. Eine beachtliche Leistung, insbesondere, wenn man das Ergebnis sieht.

Auf „Vikingtid Og AnArki“ werden rauher Black Metal, traditionelle nordische Folklore, komplexe instrumentelle Virtuositäten und epischer Bombast zu einem einzigartigen Klangerlebnis vereint. In einer solchen Perfektion habe ich dies bisher nur von SORGSVART gehört.
Gleich beim Opener, dem Titeltrack, bekommt man diese gesamte Mannigfaltigkeit serviert. Nachdem das Horn von Gondor (naja, vielleicht auch ein Wikingerhorn) verklungen ist, gibt es erstmal eine BM-Breitseite mit ordentlich Gepolter. Doch in einer Spieldauer von über elf Minuten hat der Song Gelegenheit, Sorgs gesamtes Können zu präsentieren. Die folkloristischen Feinheiten, die einen starken Hauch ursprüngliche Natur mit sich bringen, und die epischen Melodiebögen werden ebenfalls ausgepackt.
Diese Wechsel zwischen harscher Power, traditioneller Ergebenheit und Ohrwurm-Melodien begegnen dem Hörer auf „Vikingtid Og AnArki“ dann auch immer wieder, ohne anstrengend oder kitschig zu sein oder progressiv-frickelig zu wirken. Absolut nichts scheint fehl am Platz, jede Minute dieses Albums, jede Phase eines Tracks, jeder Einsatz eines Instruments hat eine Daseinsberechtigung. Sorg schafft einen Drahtseilakt zwischen sehr unterschiedlichen Einflüssen und Spielarten in unvergleichlicher Manier. Vor diesem kompositorischen Talent kann man eigentlich nur erblassen.

Jeder, der mit Pagan Metal, Folk Metal oder auch Melodic Black Metal etwas anfangen kann, sollte hier einen Pflichtkauf sehen oder zumindest reinhören. Wenn wir halbe Punktzahlen vergeben würden, wäre dies eine 9,5. So runde ich mal ab anstatt auf, um SORGSVART die Möglichkeit zu bieten, beim nächsten Werk noch eins draufzusetzen.

29.03.2008

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2 Kommentare zu SorgSvart - Vikingtid Og AnArki

  1. doktor von pain sagt:

    Wirklich ein sehr gutes Album.

    9/10
  2. Bluttaufe sagt:

    „Norsk AnArkistisk Svart Metall“ steht hinten auf der CD Hülle und das Ergebnis kann sich sehen lassen. Der Vorgänger konnte sich schon sehen lassen aber hier hat es der Herr fast zur Perfektion gebracht, nordischen (Black) Metal mit Folk zu vermischen. Das ganze klingt zwar immer hymnisch, durch die Old School Produktion aber nie kommerziell oder gar kitschig.

    9/10