
Was soll man über ein Album schreiben, dass sich nach zig Durchläufen einfach nicht ins Gehör fräsen will, sich nicht entwickelt und höchstens mit professioneller Durchschnittlichkeit punktet? Im Falle der kanadischen SYMPATHY ist es kein Wunder, dass ihr Name nicht repräsentativ für die Musik steht, denn sie zocken unbeirrt ihr einstudiertes Einmaleins des technischen Death Metals runter, als hätten sie das kreative Brainstorming für „Anagocic Tyranny“ nicht im Proberaum verbracht, sondern lieber die theoretische Prüfung für „Wie entsteht ein vor sich hin dümpelndes Death Metal-Album?“ unter der Leitung von Jean Pütz abgelegt.
SYMPATHY haben dazu folgendes vorbereitet: man benötigt drei Einheiten von Musikern. Zwei davon müssen zu bereits bekannten Kapellen gehören. In diesem Fall sind Jeff Lewis (ABOLISHMENT OF HATE, MORTIFICATION) an der Gitarre sowie Jim Austin (INTO ETERNITY) am Schlachtbrett am Start. Für die tonalen Vorzüge bietet sich ein mittelmäßiger Shout/Growler mit dünnem Stimmchen an. Man füge diese drei Komponenten zu einem instrumentell einwandfreien Gemisch zusammen, spickt das Ergebnis mit einem guten Sound, fügt dazu Freude am Kombinieren von technischem Death Metal-Allerlei mit orchestralen Samples zu einem ungewohnten Knäuel hinzu. Und was beobachten wir bei der Reaktion?
Das Molekül „Anagocic Tyranny“ bindet sich zu einem kaugummi-artigem Gemisch, was zwar anfangs knallt, jedoch schnell erlischt, dennoch unbeirrt drauf los scheppert ohne den Konsumenten großartig einzunehmen und einen Wiedererkennungswert zu schaffen. Ergo haben wir es bei SYMPATHY bei dieser Platte, trotz 18-jährigem Bestehen, leider mit einem typischen Vertreter ihrer Gattung zu tun: Fähigkeit zum praktischen Können an den Instrumenten hin oder her, aber um eine mitreißende Platte zu kreieren, die viele Interessenten findet, gehören noch andere Elemente, die wohl im Giftschränkchen von SYMPATHY nicht mehr vorrätig waren: einen roten Faden, griffige und vor allen Dingen kürzere (!!!) oder zumindest weniger Songs, abwechslungsreiche Strukturen, kleinen Highlights und dem Auge fürs Detail. Nun gut, die kleinen Highlights sollen wohl die merkwürdigen orchestralen Keyboard-Parts und das ab und zu auftretende Soli-Geschredder sein, nur finde ich diese Mischung im Falle der drei Sympathisanten einfach nur fragwürdig und für das Endprodukt nicht effizient. Die eingangs erwähnte Prüfung haben SYMPATHY wohl mit Bravour bestanden, nur bei der Masse an regelmäßig erscheinenden Todesmetall-Scheiben dieser Art ist „Anagocic Tyranny“ eher Säure als Genuss und somit nicht für diejenigen empfehlenswert, die ihren CD-Ständer preferiert mit interessanten Scheiben bestücken.




















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