Tenebrae In Perpetuum/Krohm - Split

Review

Zwei mal drei macht nicht vier, denn wir sind ja hier nicht bei Pippi Langstrumpf in der Villa Kunterbunt. Stattdessen teilen sich die beiden Black-Metal-Kommandos TENEBRAE IN PERPETUUM aus Italien und das italenische Wurzeln besitzende US-amerikanische Ein-Mann-Projekt KROHM die sechs Stücke und gut 42 Minuten der vorliegenden Split zu gleichen Teilen und lassen dabei keine bunten, sondern ausnahmslos schwarze Töne zu.

TENEBRAE IN PERPETUUM haben in der Vergangenheit bereits drei Alben veröffentlicht, auf denen sie sich knapp gesagt mühten, den Lo-Fi-Mittneunziger-Sound DARKTHRONEs zu kopieren. So waren Scheiben wie „L’Eterno Maligno Silenzio“, das letzte Langeisen des Duos, zwar ordentliche Genre-Veröffentlichungen, konnten aber nicht aus dem Wald der gesichtslosen Epigonen heraustreten.
Die schlicht mit römischen Ziffern betitelten drei Siebenminüter der Split zeigen die Band nun langsamer und weniger rabiat als zuvor, die monotone Angelegenheit mit distanziert-verhalltem und gesetzterem Gekreische hat bei nur noch ein paar schnellen Passagen (etwa mittig von „II“ und zu Beginn von „III“) eine starke Depressive-Black-Metal-Schlagseite bekommen. Was sich jedoch nicht geändert hat, ist das qualitative Niveau der Musik: TENEBRAE IN PERPETUUM versuchen sich in der Erzeugung einer dunklen Atmosphäre und erschaffen dabei wie zuvor auch schon solide, durchaus hörbare Kost, der es aber – wie so oft im Bereich des extremen Metal – schlicht und einfach an Identität fehlt, von einem Funken Magie ganz zu schweigen. (Knappe 5/10)

Mit ein bißchen mehr Charisma wartet da Numinas, der ehemalige Keyboarder der Death/Doom-Institution EVOKEN, auf der seinem bereits seit 1995 aktiven, damals als bloße Kopie des aktuellen norwegischen Black Metal ins Leben gerufenen Projekt KROHM gehörenden zweiten Hälfte der Split auf. Zwar ist der kehlig-verhallte Gesang nicht mehr so eindringlich wie noch auf dem LURKER OF CHALICE- oder XASTHUR-ähnlichen 2007er-Album „The Haunting Presence“, die Herangehensweise auch insgesamt etwas weniger vehement und der Beginn von „The Black Bridge“ schon ziemlich dreist von BURZUMs „My Journey To The Stars“ abgekupfert. Aber über die vollen 20 Minuten kann das sauber produzierte, überwiegend im Mid-Temp-Bereich angesiedelte und sehr melodische Material mit teils packenden, hypnotischen Riffs – etwa am Ende des genannten Titels – doch eigene Akzente setzen. Leider wirkt es insgesamt etwas weniger überzeugend als das oben genannte letzte Album. (Knappe 6/10)

Die Split zeigt die musikalisch recht ähnlichen, im Vergleich mit früheren Veröffentlichungen gemäßigteren – da weniger aggressiven und dafür zunehmend melancholischen – Seiten zweier in ihren Anfängen dem alten norwegischen Black Metal verschriebenen Bands mit italienischen Wurzeln: Die zwar annehmbare, aber unspektakuläre und gesichtslose Interpretation aus dem Hause TENEBRAE IN PERPETUUM lässt deren mittlerweile bekannt gewordene Auflösung als keinen allzu schmerzlichen Verlust für die Metal-Welt erscheinen. KROHMs Ansatz ist etwas ambitionierter und mit seinen bei aller Monotonie aufrüttelnden Melodien zugänglicher, wenn auch tendenziell schwächer als der letzte Langspieler und nicht die große Offenbarung.

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31.05.2010

Der metal.de Serviervorschlag

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