The Empire Shall Fall - Awaken

Review

Wenn man ein Metalcore-Konzert besucht, kommt man sehr schnell (gewollt oder ungewollt) in einen Moshpit. Außenstehende beobachten dieses Geprügel und Gehampel oft skeptisch oder sogar schockiert, während andere Konzertbesucher wie in Extase moshen. Ohne die passende Musik würde diese Extase auf keinen Fall zustande kommen. Die US-Amerikaner von THE EMPIRE SHALL FALL wollen mit ihrem Debütalbum „Awaken“ den Soundtrack dazu liefern und eine klare Nachricht überbringen.

Der eröffnende Titelsong klingt vor allem durch die fast proggigen und sonst postcorig malmenden Riffs noch relativ schleppend. Beim zweiten Stück „Lords Of War“ und Track vier „Choir Of Angels“, welches übrigens als einziges von tiefem Growling begleitet wird, geht es dann aber richtig zur Sache! Diese Songs zeichnen sich vor allem durch aggressives und lautes Screaming und viele Breakdowns aus. Genau richtig, wenn man gerade total angepisst ist und am liebsten seine Zimmereinrichtung kurz und klein schlagen möchte.
Die dominierende klare Stimme dazu, aufgelockert von vereinzeltem Screaming (oft bis in Black Metal-Bereiche vordringend), kommt einem relativ schnell bekannt vor: eines der Mitglieder von THE EMPIRE SHALL FALL ist der ehemalige Frontmann von KILLSWITCH ENGAGE, Jesse Leach. Und, natürlich, muss sich seine neue Spielweise einen Vergleich mit dem alten Brötchengeber durchaus gefallen lassen. Um das vorweg zu nehmen: die Platte hält jedem Vergleich stand.

Textlich geben sich THE EMPIRE SHALL FALL ungewohnt politisch und streifen nicht selten mindestens lyrisch den Hardcore-Sektor. Irgendwie angenehm, wenn Songs wie „We The People“ oder „Our Own“ offen zu Rebellion aufrufen. Inmitten einer ansonsten vor allem wahlweise selbstmitleidigen oder selbstverliebten Metalcoreszene ist das durchaus wohltuend. Vielleicht allerdings kommt der Soundtrack zur Revolution dabei manchmal etwas zu kurz. Großartige Innovationen können Jesse Leach und seine Truppe nicht bieten, auch wenn „Awaken“ mit seiner Mischung aus US-Metalcore, Postcore, ziemlich entspanntem Prog und einem Schuss Stonerrock im DOWN-Stil wenigstens nicht die totale Standardkost ist. 40 Minuten Spielzeit sind darüberhinaus vielleicht ein bisschen zu wenig.

Trotzdem: „Awaken“ ist ein professionelles, sehr politisches und sozialkritisches Album, mit dem THE EMPIRE SHALL FALL ganz klar eine Bereicherung für jeden Moshpit sind. Ich sehe jetzt schon blaue Flecken und blutende Nasen…!

27.05.2010

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