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Soundcheck April 2026# 16
Galerie mit 6 Bildern: The Moon And The Nightspirit - Prophecy Fest 2017


Das ungarische Duo THE MOON AND THE NIGHTSPIRIT veröffentlicht sein achtes Studioalbum „Seed Of The Formless“ und liefert eine fette Überraschung. E-Gitarren und Growls statt (Neo)Folk und Weltentfremdung hätten wahrscheinlich die wenigsten erwartet. So, wie der rezensierende Kollege „Holdrejtek“ vor über zehn Jahren beschrieben hat, klang auch noch das 2020er „Aether“. Diese Zeiten sind vorbei. Ob endgültig oder vorübergehend, wird die Zukunft zeigen. THE MOON AND THE NIGHTSPIRIT haben jedoch nicht einfach Gitarren aufgestockt und sich dem Folk Metal verschrieben. Postige Riffs, doomig-schleppende Passagen und teils proggy Drumming verorten die Band nun in ganz anderen Gefilden fernab von Gedudel. Offiziell ordnet sich das Album laut Begleittext dem Post-Metal zu.
THE MOON AND THE NIGHTSPIRIT behalten stilistische Elemente
Melancholisches Geplänkel und ätherischer Gesang zu Beginn des Openers „Cosmic Seed“ versprühen zunächst eine ähnlich entspannte Stimmung wie bisher. Bald setzt die volle Instrumentierung ein, die später weit in den Doom hineinreicht. Die nach wie vor verträumten und lieblichen Vocals setzen einen ungewohnten, aber angenehmen Kontrast. Ebenso erhalten geblieben ist die stets starke Atmosphäre, die THE MOON AND THE NIGHTSPIRIT nun ganz anders erzeugen.
Viele ruhige Momente lassen eine Weiterführung der für die Band üblichen Songstrukturen erkennen. Ein gewisses esoterisches Flair ist ebenfalls noch präsent, vor allem in den Lyrics. Parallelen zum bisherigen Schaffen sind also durchaus vorhanden. Das trifft zumindest auf die ersten beiden Stücke zu. „Odyssey Limen“ zieht im Anschluss das Tempo gehörig an und wird dem versprochenen Post-Metal gerecht. Zusammen mit „Astromorphosis“ ist es eines der Highlights auf „Seed Of The Formless“, auch wenn das letzte Viertel des Tracks nicht überzeugt.
„Seed Of The Formless“ – eine Gratwanderung zwischen Härte und Verletzlichkeit
Der einzige wirkliche Durchhänger ist „Olden Resonance“. Auch andere Songs kränkeln hin und wieder, bekommen aber meist die Kurve. Ein Hauptproblem ist die Gratwanderung zwischen Härte und Verletzlichkeit, die nicht immer gelingt und manche Passagen kitschig wirken lässt. Dieser Herausforderung mussten sich THE MOON AND THE NIGHTSPIRIT vor diesem Album nicht stellen. Ein weiteres Album und eine Konsolidierung des neuen Stils sollten hier Abhilfe schaffen. „Seed Of The Formless“ ist trotzdem ein gutes Album geworden, das sporadisch noch seine Ecken und Kanten hat. Es kommt jedoch stark auf die Erwartungen an, mit denen man an die Scheibe herangeht. Weder eingefleischte Anhänger:innen der Band noch Fans des klassischen Post-Metals werden sich hier in ihrer Komfortzone wiederfinden. Belohnt werden allerdings die, die sich auf die zweifelsohne gelungene Melange der Band einlassen.
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