The Retaliation Process - Downfall

Review

Das man es in Hamburg versteht, ordentlich aufs Gaspedal zu treten und traditionelle Klänge mit neuen Einflüssen in Einklang zu bringen, beweisen nicht nur Bands wie STORM OF SORROWS und DARK AGE, sondern auch THE RETALIATION PROCESS. Diese erst vor zwei Jahren gegründete Formation reiht sich in die Riege modern klingender Melodic-Death-Metal-Combos ein und veröffentlicht jetzt ihr Debütalbum mit dem bedeutungsschwangeren Titel „Downfall“. Der Untergang steht den Jungs damit zwar nicht ins Haus, aber der eigene Weg will erst einmal gegangen und der eigene Stil gefunden sein, denn obwohl ein eigenständiges Gespür für mitreißende Gitarrenmelodien zu erkennen ist, hört man hier und da dann doch gleich eine ganze Reihe an Einflüssen heraus: HYPOCRISY, MACHINE HEAD, PANTERA und IN FLAMES lassen ganz herzlich grüssen.

Dafür aber kommt das Quintett zur willkommenen Abwechslung fast völlig ohne Klargesang aus, und tritt, mit Ausnahme eines besinnlichen Instrumentalstückes („…Prozac“) mächtig Arsch. Den druckvollen und brutalen Sound zauberte DARK AGE-Frontmann Eike Freese in seinem Eikey Studio, der damit eine weitere Referenz zu erwähnen hat, die sich definitiv hören lassen kann: THE RETALIATION PROCESS legen viel Wert auf Härte (z.B. „Blindfold“, „Four Seasons Of Self Mutilation“, „Carnal Addiction“) und Groove („Down“, „On The Way Back“, „Uncertain“), und untermauern die fetten Melodien mit aggressiven Vocals. Frontmann Christoph erledigt dabei ganze Arbeit und variiert mit Screams und Growls, um den Songs stets den passenden Schliff zu geben.

„Downfall“ könnte, das muss ganz deutlich erwähnt werden, eigenständiger sein, aber das tut dem Spaß der Sache keinen Abbruch. Denn technisch sind THE RETALIATION PROCESS bereits auf einem sehr hohen Niveau. Ein Debüt ganz nach meinem Geschmack mit Luft nach oben. Denn Potential ist definitiv vorhanden, so dass Freunde von modern klingendem Melodic Death/Thrash auf ihre Kosten kommen, und Fans der zuvor erwähnten Bands gleichermaßen nicht enttäuschen wird.

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12.02.2010

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