The Vaine - It's A Disease

Review

Vor einigen Jahren gab’s ein paar zornige Mädels, die nannten sich KITTIE und machten für ihr zartes Alter ganz schön Alarm. Nach einem hoch gelobten Debüt und einem eigentlich nicht schlechten, trotzdem weniger beachteten Nachfolger habe ich diese Band aus den Augen verloren. Macht aber nix, denn jetzt gibt’s Ersatz für die amerikanischen Gören.
Dieser Ersatz nennt sich THE VAINE und stammt aus Australien. Zugegeben, den Vergleich muss ich einschränken. Denn im Gegensatz zu KITTIE spielt bei den jugendlichen Rabauken mindestens ein männliches Wesen. Die zottelfrisurverzierten Bilder im Booklet und Namen wie ”Bee“, ”Steph“ oder ”Clik“ gestatten nur hypothetische Schlüsse hinsichtlich des Geschlechts der gezeigten Personen. Dass im myspace-Account von THE VAINE die selben Bilder zu sehen sind erschwert die Sache zusätzlich. Macht aber auch nix, denn uns geht’s ja um die Musik von THE VAINE.

Und bei der fällt vor allem der Gesang auf. Der kommt von Sängerin Shelley und Clik, der bzw. die auch Gitarre spielt. Beide überzeugen sowohl beim hasserfüllten Gift und Galle Kotzen als auch bei melodisch vorgetragenen, emo-screamolastigen Refrains. Dieser Kontrast stellt zwei der Pole dar, zwischen denen THE VAINE kreativ pendeln. Gebolze und Gesang, Wut und Zerbrechlichkeit, Powerchords der Kante KORN oder MUDVAYNE und frickelige THIN LIZZY- und VAN HALEN-Läufe- es sind die Gegensätze, die THE VAINE ausmachen.
Prinzipiell kann man den fünfen das Etikett Neumetall auf Stirn oder Hinterbacke pappen. Und obwohl ich dieser Richtung mit einer gewissen Skepsis gegenüber stehe, muss ich den Jungs oder Mädels gute Hörbarkeit attestieren. Für Anfänger erweisen sie sich beim Songwriting und an den Instrumenten als sattelfest, kennen ihre Wurzeln gut und zeichnen sich durch musikalisch-kreative Reife aus. Die Albumspielzeit von rund einer Stunde ist so betrachtet gleichermaßen erstaunlich und erfreulich.

Trotzdem gibt’s von mir keine uneingeschränkte Empfehlung. Allerdings nur, weil mich THE VAINEs Musik persönlich leider nicht uneingeschränkt anspricht. Teilweise ähneln sich die Titel stark und das ist bei Musik, die einem nicht zu 100% gefällt, nicht gut.
Trotzdem: starke Sache, stark gemacht. Tolerantere Zeitgenossen und solche, die sich nicht an Emorefrains stören haben hieran großen Spaß. Bestimmt. Reinhören und auf jeden Fall mal live anschauen. Wenn man mal wieder in Australien ist.

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27.06.2008

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