Threat Signal - Under Reprisal

Review

Galerie mit 4 Bildern: Threat Signal - Euroblast Festival - The Ninth Coming

Meine Herren! Was für eine Wand kommt denn da auf mich zu? Aha, die Wand heißt THREAT SIGNAL und kommt aus dem schönen Kanada. Was die fünf Jungs auf ihrem De-büt zelebrieren geht auf keine Kuhhaut. 11 Neo Thrash Hammer lassen einem keine Zeit zum durchatmen. Bereits der Opener „Rational Eyes“ haut einem mit herunter gestimmten Gitar-ren ein Loch durch das Trommelfell. Wut, Härte und technische Höchstleistungen der Musi-ker lassen sich deutlich heraushören und das fortwährend. Da macht auch der folgende Track „As I Destruct“ keine Ausnahme. Der Unterschied hierbei besteht in den sinnlichen Melodien, die auf granitharte Riffs stoßen. Nicht dass wir uns hier falsch verstehen, THREAT SIGNAL sind nicht auf die Emocore Schiene gesprungen, die in den letzten Jahren so hoch angepriesen wurde. Vielmehr gehen sie einen Schritt weiter als ihre Vorbilder PANTERA, FEAR FACTORY, STRAPPING YOUNG LAD oder SOILWORK. Wobei gewisse Ähnlichkeiten zu den eben genannten Bands nicht von der Hand zu weisen sind. Dieser Zustand ist nicht weiter schlimm, da immer eine Eigenständigkeit herrscht und Ähnlichkeiten höchstens zum Tribut entstanden sind. Track Nummer drei „One Last Breath“ zieht eine Furche durch die Hörlandschaft, die so schnell nicht mehr glatt zu bügeln ist. Gekonnt ist auf jeden Fall der schmale Grad zwischen Vocals und Backing Vocals, die um die Wette brüllen. „Seeing Red“ treibt die Hörerschaft durch dominierende Gitarren an den Rand des Vorstellbaren und gleitet zum Ende erneut in melodische Sphären. „A New Beginning“ beginnt besinnlicher und ruhi-ger, holt einen jedoch sofort wieder aus den Träumen zurück auf den stampfenden Grund. Anspieltipp des Albums! Will man alle Facetten der Band auf einmal hören, so ist der Track „Counterbalance“ zu empfehlen. Melodie, Härte, zerreißende Vocals, eben alle Trademarks der Band, sind in diesem Song enthalten. „Inane“ geht eine Nummer vertrackter ans Werk und erinnert spontan an unmelodische FEAR FACTORY Tracks. Etwas nervend hierbei sind lediglich Jon Howards Kreischgesänge, die auf Dauer ein wenig zu penetrant sind. Bei „Now“ stehen die getriggerten high speed Double Bass Drums ganz klar im Vordergrund. Diesen Song würde ich gerne mal live sehen, da es mir fast unmöglich erscheint, ihn live wieder-zugeben. Das anschließende „Faceless“ schaltet vom Tempo her in den nächsten Gang. Schließt vor dem Bangen lieber mal eine Zusatzversicherung für Nackenbeschwerden schlimmster Stufe ab. Um die Gemüter wieder etwas zu beruhigen wurde „Haunting“ als an-schließender Track gepackt. Nee, vergesst es, zur Ruhe kommt ihr bei diesem Album garan-tiert nicht. Denn „Haunting“ ist eine Achterbahnfahrt der Tempiwechsel und macht erst zum Schluss Halt, um den Hörer doch entspannt auf den nächsten Song vorzubereiten. Nämlich das finale Stück „When All Is Said And Done“. Und ich denke auch, dass die Jungs mit die-sem Song alles gesagt haben. Der ultimative Nackenbrecher überzeugt auf ganzer Linie allei-ne schon aufgrund der genialen Gitarrenarbeit vom Duo Kyle McKnight und Rich Howard. Diese beiden Gitarristen bringen eine Leistung ans Tageslicht, dass einem hören und sehen vergeht. Es scheint so, als ob die Band den ganzen Tag nichts anderes macht als auf ihren Instrumenten zu hantieren.
Das Medieninteresse an der Band kommt wirklich nicht von ungefähr. THREAT SIGNAL haben ein Debüt hingelegt, daß für mich auf jeden Fall zu den Highlights des Jahres gehören wird. Kann ich wirklich jedem nur empfehlen.

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26.06.2006

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4 Kommentare zu Threat Signal - Under Reprisal

  1. lay_down_rotten sagt:

    Man tritt die Arsch! 😀
    Geile Scheibe, sehr zu empfehlen!
    Kann dem Reviewer nur zustimmen, von dem Genre, bis zu Punktzahl.

    9/10
  2. stinfisch2288 sagt:

    WOW!!! Super Scheibe! Mit das beste, was ich dieses Jahr gehört habe! Gelunge Mischung aus brachialem (voll auf die Frsse) und großartigem melodischen Metal! Und dabei absolut eigenständig, kein Abklatsch diverser anderer Bands! Kann mich meinen Vorrednern nur anschließen!
    Der einzige Grund warum es keine 10Punkte gibt, ist, daß der Refraingesang sich teilweise nach Linkin Park anhört! Aber ansonsten großartig!

    9/10
  3. sliv3r sagt:

    Kann mich nur den anderen anschließen…ich geb sogar 10 Punkte…jeder Song ist einfach so was von geil und eigenständig und der Refrain Gesang stört mich auch nicht…das macht das ganze sogar hymnisch besonders im letzten Song…mein Favorit weil sich über die ganzen 5 Minuten nicht eine Passage richtig wiederholt und es kein Refrain gibt und trotzdem alles im Ohr bleibt.

    10/10
  4. Sylverblack sagt:

    Melodisch, gleichzeitig hart, vertrackt, eingängig, aber dennoch gut – Threat Signal. Under Reprisal ist wirklich ein sehr gutes Album, das mich allein dadurch überrascht, trotz der hohen Eingängigkeit, eine erstaunliche Langzeitwirkung zu besitzen. Ich höre die Platte nun schon sehr lange und sie gefällt mir immernoch sehr gut. Ok, Under Reprisal steht zwar ziemlich genau zwischen ordentlichem Neo-Thrash-Geboller und melodischem Metalcore, was die Meinung der Metalcore-Hasser natürlich sofort prägt und der Scheibe keine Chance lässt. Doch Threat Signal lassen sich nicht mit Caliban, Killswitch Engage, Diecast oder Atreyu vergleichen, sie sind einfach zu "anders". Das Album beginnt mit dem ziemlich harten Rational Eyes, das – wie man es noch öfter auf der Platte hören wird – in einem melodischen Refrain mit einem gepressten Hard Rock Gesang zwischen Shouts und ganz cleanem Gesang mündet. Was sofort auffällt, ist die rhythmische Vertracktheit, die ein wenig an Mnemic erinnert. As I Destruct haut ganz klar in eine ähnliche Kerbe, wobei sich der (clean gesungene) Refrain interessanterweise ändert und der Schluss in einem schönen Klavier- und Geigenpart endet, ein Punkt, den man des Öfteren bei Threat Signal hört. A New Beginning – Track # 5 – hätter viel eher als Opener getaugt, da der Song sehr ruhig beginnt und auch generell ruhiger, melodischer und langsamer als alle restlichen Songs ist. Weitere Höhepunkte wären Now, der mit einem sehr vertrackten Anfang und einem ganz starken Refrain aufwartet und die Ausnahme-Songs Haunting und When All Is Said And Done. Haunting bleibt die ersten 2/3 knallhart und endet dann in einem melodischen, durch die Hintergrund-Streicher beinahe dramatischem Ende, wobei die letzten 40 Sekunden durch ein schönes Gitarrensolo überzeugen. Der Rausschmeißer When All Is Said And Done zeigt sich vorerst auch nur hart, mit vertracktem Songaufbau, ohne Refrain. Nach knapp 2 Minuten wartet melodischer Hard Rock Gesang auf, eine Akustikgitarre regiert kurzzeitig den Song alleine, bevor die harten Gitarren wieder einsetzen und sich Shouts mit cleanem Gesang abwechseln und der Song dennoch ordentlich reinhaut und keine allzu große Melodie zulässt. Klasse! Ein Gitarrensolo folgt und Hard Rock Gesang mit melodischen Gitarren sind wieder zu hören, bis der Song ausklingt. Einfach unglaublich! Threat Signal haben, der Eingängigkeit zum Trotz (die meisten eingängigeren Alben schaffen den Langzeittest nicht) ein wirklich gutes Album geschaffen, das jedoch von Genialität oder gar einem Meisterwerk-Status weit entfernt ist. Doch was Threat Signal machen, ist einfach stimmig, alle Tracks des Albums sind überdurchschnittlich gut und Ausfälle sind nicht zu verzeichnen. Under Reprisal hat die 9 Punkte wirklich verdient. Mal sehen, ob der Nachfolger mit diesem Werk mithalten kann…

    9/10