Tiamat - Brighter Than The Sun

Review

Vor zwei Jahren sagten Tiamat mit A Deeper Kind of Slumber dem Metal ade und verzauberten mit nie dagewesenen Klanglandschaften, welche einen in fremde Traumwelten und beängstigende emotionale Tiefen entführten. Nun steht ihr neues Album vor der Tür bzw. der Appetithappen in Form einer Maxi-CD und wie zuvor ist man zunächst erstaunt ob des veränderten Sounds der Band. Das Erstaunen weicht allerdings keinem verträumten Entzücken, sondern hinterläßt Enttäuschung und Fassungslosigkeit. Verschwunden ist die zauberhafte Fülle unterschiedlichster Klänge, verschwunden die alles umgebende Melancholie und hypnotische Hoffnungslosigkeit, die die letzten CDs so einzigartig machten. Statt dessen gibt es rockige Gitarren, monotone Beats und vorhersehbare Songstruktueren. Zwei neue Songs werden auf dieser Maxi vorgestellt, wobei einer mit den gefürchteten female Vocals sich in die Belanglosigkeit gängiger Gothic Metal Bands flüchtet und ein weiterer mit Instrumenten gleich trötender Elefanten verschreckt. Mit „Symphony for the Devil“ gibt es dann noch ein Cover, was zumindest ansatzweise die einstige Genailität dieser Band unterstreicht. Sollte der Rest der im August erscheinenden CD ähnlich anmuten wie dieser Teaser, so manövrieren Tiamat sich damit problemlos in den bislang von Paradise Lost und Alastis beherrschten Bereich der vorhersehbaren Belanglosigkeit. Mehr als fünf Punkte kann ich dieser CD leider nicht geben und als langjähriger Tiamat-Fan tut mir ihre „Zurückweiterentwicklung“ in der Seele weh.

01.07.1999
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