Twilight Ophera - Descension

Review

Die Veröffentlichung des Debuts von TWILIGHT OPHERA auf Cacophonous Records fand Mitte der 90er etwa in der gleichen Peridoe statt, als DIMMU BORGIR und CRADLE OF FILTH auf eben jenem Sprungbrett-Label wiederum für ihre Klassiker „Stormblåst“ respektive „The Principe Of Evil Made Flesh“ den Startschuss gaben. Beide letztgenannten haben den Sprung in die oberste Spitzenliga des Metal geschafft, während man bei TWILIGHT OPHERA noch immer in tiefste Gefilde eigener Erinnerungen eintauchen muss, um letztendlich festzustellen, dass man zu der Kapelle wohl doch nichts oder nicht viel im Hinterstübchen gespeichert hat. Könnte eventuell daran liegen, dass die Finnen einen Tick zu spät kamen und die Welt an den dummen Bürgern und der Schmutzwiege bereits ihren Narren gefressen hatte – und so kein Platz mehr für bloße Kopisten bot. Der Einfluss (man könnte gar so weit gehen und von Handschrift sprechen) der genannten Bands ist hier deutlich spürbar. Vor allem was Songaufbau, Instrumentierung und deren Einsatz angeht wird man doch immer wieder an die Vorreiter des melodischen Schwarzmetalls erinnert. Nicht nur, dass Sänger Toni Näykki bisweilen wie der gute alte Shaggy klingt. Neben der exzellenten, technisch auf der Höhe Nick Barkers zelebrierten Fellgerberei, muss man sich auch noch durch einen ganzen Wald an vertrackten Strukturen, Tempiwechseln, Keyboardteppichen sowie bombastischen Chören und orchestraler Untermalung kämpfen – wobei es sich eher um stark lichtundurchlässiges Dickicht handelt. Irgendein Instrument ausserhalb der traditionellen Gitarre-Bass-Drums-Konstellation hat immer etwas zu sagen und verlangt ein Höchstmaß an Konzentration, um nicht umherirrend an der nächsten Lichtung vorbeizulaufen. Freilich erreichten diese Eskapaden keine BLIND GUARDIANschen Ausmaße der Prägung „A Night At The Opera“. Doch trotz einer bisweilen schwer fassbaren, die Sinne überfordernden Fülle an Impressionen eröffnen sich jene mit jedem Durchlauf ein Stückchen mehr, bis letztendlich kein revolutionäres aber trotzdem fesselndes Album steht, das gar mit einiger Abwechslung punkten kann – wie etwa „Born Of Brimstone Womb“ mit einer Mischung aus schleppendem Todesblei und gothichafter Melancholie. Bevor man also vorschnell aburteilt, sollte man bei TWILIGHT OPHERA AND THE ORDER OF THE SANGUINE DIADEM (so der offiziell volle Name) mehrere Durchläufe ein Ohr riskieren.

01.10.2006

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