Tzefa - Feed Me

Review

Dass Neuigkeiten aus dem U$-amerikanischen Untergrund in Sachen Metal ausgerechnet von vier Exil-Slaven zum europäischen Rezensenten-Ohr finden, ist schon eine interessante Angelegenheit… Die vier (mittlerweile fünf) New Yorker experimentieren dabei mit einer befremdlichen Mixtur aus weiblichen Opern-Arien, Hardcore-Riffing, semi-progressivem Klimperalarm und einer eher straighten Drum-Erscheinung. Während Sängerin Slava Popova ihre NIGHTWISH-Ambitionen nur schwer zu kaschieren vermag, fällt das männliche Pendant mit seiner Präsenz, die allenfalls als „missmutiges Sprechen“ durchgeht, derart unangenehm schwächlich und unglaubwürdig aus der Rolle, dass auch die Female-Vocs-Feuerwehr nicht mehr viel retten kann. Die Gitarren sprechen – so sie nicht vom besagten, recht selbstpräsentationsfreudigen Sopran geknechtet werden – einen üblich rockenden Thrash-Akzent, lassen aber bisweilen auch die ein oder andere frische Fingerübung zu. Ferner sind sie wohl der Hauptinitiator für die gebotene Kurzweil in der Songstruktur und Fundament für die streckenweise attraktiven Melodien. Doch allem voran ist dieses Werk dem Aufnahmeverantwortlichen links und rechts um die schulungsbedürftigen Lauscher zu prügeln, hat er doch jegliches (definitiv vorhandenes!) Potenzial dieser Band mit einer lieblosen, furztrockenen Produktion verkrustet, die eine wahre Effekt-Askese auszeichnet und jegliches Hörvergnügen im Keim erstickt. Dieser Totalausfall ist es auch, der den Blick auf die mitunter interessanten Kreuzungs-Ideen und frischen Ansätze mit dem penetranten, ansonsten weniger zutreffenden Etikett „Schülerband“ versperrt. Extrem deutlich wird dies letztlich im gewagten Crossoverkill „Fistful Of Bullshit“, in welchem die guten Absichten zwischen GUANO APES, PRO-PAIN und Nightwish dem kläglichen Unvolumen des Sounds zum Opfer fallen und den wohlwollendsten Hörer genervt abwenden lassen. Die musikalische Potenz dieses Debüts, die trotz einiger Makel zweifellos spürbar ist, wird durch aufnahmetechnische Unzulänglichkeit jeglicher Leistungsfähigkeit beraubt.

20.11.2002

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