1Es gibt kaum etwas, was erwachsene Menschen in ihrer mehrheitlichen Auffassung derart eint, wie die schönen Erinnerungen und das wohlige Gefühl von sommerlichem Regen auf trockener Erde – „Petrichor“. So haben die Griechen von BATTLEROAR ihr sechstes Album benannt, den man hier bedeutungsschwanger vor der Brust trägt und für den der breitwandig atmosphärische Epic Metal nicht besser passen könnte.
Einmal das Personalkarussell gedreht
Die Band gehört nicht gerade zur Fleißigsten ihrer Sorte, dennoch sind acht Jahre Wartezeit auf den Nachfolger von „Codex Epicus“ schon eine Hausnummer. Im Vergleich zum letzten Album hat Bandkopf Kostas Tzortzis einmal mehr großflächig an der Personaltrommel gerührt und das komplette Line-Up ausgetauscht. Das schließt auch die deutsche DIY-Undergroundröhre Gerrit Mutz ein, der auf den letzten beiden Platten nicht immer kritikfrei für Stimmgewalt gesorgt hat.
Ein Wiederhören gibt es hingegen mit Violinist Alex Papadiamantis, der zuletzt bei „Blood Of Legends“ vollwertig eingebunden war, und auch diesmal für einen charakteristischen Twist auf „Petrichor“ verantwortlich ist. Auf der Vorab-Single „The Missing Note“, welche die wohl markantesten Refrainstrukturen auf dem Album mitbringt, sind die Einflüsse des feinen Streichinstrumentes überschaubar, doch etwa im ebenfalls großartigen „The Earth Remembers, The Rain Forgives“ durchaus taktgebend.
Mit guten Griffen und Folk-Ader
Dazu ist Neusänger Michalis Karasoulis ein absoluter Gewinn und rückt BATTLEROAR wieder verstärkt in Richtung epischer Kompositionen mit weitem Horizont, während Mutz die Sache noch etwas erdiger angehen mochte. Dabei gibt es auf „Petrichor“ auch Songs, die naturgemäß erst wachsen müssen wie „Ate, Hybris, Nemesis“ oder der mit Kriegerpathos gespickte „What Is Best In Life?“, doch auch mit diesen lohnt sich die Beschäftigung.
Dennoch agieren BATTLEROAR über weite Strecken im gemäßigten Midtempo und lassen statt Heavy-Metal-Attitüde die epochale Bandbreite der Kompositionen sprechen, die durch den Einsatz von Papadiamantis häufig auch noch eine nicht unwesentliche Folk-Ader bespielen. Das steht aber „Petrichor“ insgesamt außerordentlich gut, auch wenn ein paar wenige Filler enthalten sind (z.B.„Legacy Of Suffering“).

BATTLEROAR - PETRICHOR [Vinyl LP]
Patrick Olbrich



























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