V.E.G.A. - Cocaine

Review

Wahnwitzig. Das italienische Trio V.E.G.A. , mir bislang gänzlich unbekannt, schmeißt nun zum mittlerweile dritten Mal seit dem Jahre 2000 ein und das selbe Album auf den Markt (wenngleich das Original mit Unterschieden zum 2002er und 2006er Rerelease bestückt zu sein scheint.) und bleibt trotzdem immer noch ein relativ unbeschriebenes Blatt in der hiesigen Black-Metal-Welt. Woran sich der relativ geringe Bekanntheitsgrad ausmacht mag sich mir, gerade jetzt nach dem 666ten Hördurchlauf, beim besten Willen nicht erschließen. Fakt ist: “Cocaine” ist ein kleines Juwel, eins dieser Alben, die man vielleicht auch nur per Zufall entdecken kann.

Das Wort “Wahnwitzigkeit” stellt dabei scheinbar eine Art roten Faden dar, der sich wie ein Bandwurm durch jeden der zehn Songs frisst und an den eigentlich relativ lieb gewonnenen Hirnwindungen nagt. V.E.G.A. klingen zwar vielleicht eher nach LSD denn nach Kokain (was sich aufgrund meiner mangelhaften Drogenerfahrungen auch als Laiengeschwätz herausstellen könnte), was aber im Endeffekt nichts an der von der Musik transportierten Zerfahrenheit und Realitätsverzerrtheit ändert.
Rein aufs Musikalische bezogen wird eine Einteilung dann doch etwas schwerer, denn V.E.G.A. bedienen sich stilistisch an so ziemlich Allem was unter der Kategorie “Black Metal” einzuordnen ist.
SHINING, DHG oder sogar CARPATHIAN FOREST wären für unsere Vergleichsfetischisten zwar sicherlich nennenswerte Komponenten der Gebotenen, die stilistische Differenz genannter Bands könnte aber, wie der schlaue Fuchs vermutlich schon längst bemerkt hat, kaum unterschiedlicher sein!
V.E.G.A. agieren sehr wirr und hitzköpfig: Mal auf brutalste und stumpfste Weise knüppelnd (die Band besteht im Übrigen darauf zu erwähnen, dass bei den “Metallastigen Passagen” kein Drumcomputer benutzt wurde) um dann nach einem nahezu herzzerreißenden, depressiven Part in feinster Black N´ Roll – Manier weiter zu “rocken”. Begleitet wird das ganze von einer stetige präsenten, klirrend kalten Industrial-Wand, die dem ganzen die Krone aufsetzt. Der Gesang klingt dabei extrem verstörend: Selten habe ich solche in Mark und Bein fahrende, lang gezogene Schreie vernehmen können. Und passend zum Industriellen Flair der Platte wird der Schreihals auch noch von einem Stimmverzerrer verstärkt, der nicht total deplaziert wirkt. Abgerundet wird das Ganze durch passende Sampleeinlagen wie zum Beispiel einem eingespielten Kinderchor, der die Verstörung beim Hören der Platte gänzlich perfekt macht.

Wer sich an einem abwechslungsreichem (und dem Adjektiv “krank” ausnahmsweise sogar wirklich entsprechendem) Black-Metal-Album erfreuen mag, und zusätzlich keine Probleme mit Industrialeinflüssen hat, kommt früher oder später nicht an “Cocaine” vorbei. Wer weiß, vielleicht schaffen V.E.G.A. ja sogar, im Falle eines kommenden neuen Albums (die Informationen hierzu sind relativ schwammig) , doch irgendwann den Durchbruch.

05.12.2006

Der metal.de Serviervorschlag

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