Various Artists - From The Waters Of Death - A Retelling Of The Epic Of Gilgamesh

Review

Mit “From The Waters Of Death – A Retelling Of The Epic Of Gilgamesh” wagen vier Bands eine außergewöhnliche Split. Das Konzeptalbum ist eine Nacherzählung des Gilgamesch-Epos in fünf Songs, für die sich MIDNIGHT ODYSSEY, SWORDS OF DIS, ÔROS KAÙ und SERPENT ASCENDING zusammengetan haben. Zusammengehalten werden alle Songs von der SWORDS-OF-DIS-Sängerin Alice Corvinus, deren Vocals sich durch jeden Teil der Geschichte weben. Aber nicht nur klanglich, sondern auch visuell verfolgt „From The Waters Of Death“ weiter sein Thema und rundet das Kunstwerk mit einem Cover Artwork und Booklet-Gestaltung von Dávid Glomba ab.

Der beschwerliche Weg zu Uta-Napishtim

Um ein ganzes Epos und vier Bands unter einen Hut zu bekommen, braucht es eine Menge Zeit. Das spiegelt sich nicht nur in der fast zweijährigen Entstehungszeit des Albums wider, sondern auch in der Länge der einzelnen Songs und des gesamten Werks, das insgesamt fast eineinhalb Stunden lang ist. Die jeweiligen Songs sind klanglich so unterschiedlich wie die Bands, die sie performen und bewegen sich in einer Spanne von acht bis über zwanzig Minuten.

Vor allem der Beginn des Albums mit „Aruru Births The Lord Of The Wilderness“ von SERPENT ASCENDING und „Into The Wailing Darkness They Fell, Where The Mouth Of Fire Awaits” von ÔROS KAÙ ist mindestens so sperrig, wie die Songtitel es vermuten lassen. Mal ritualistisch und repetitiv, mal düster und chaotisch wälzen die beiden Bands sich in ihrem jeweils eigenen Stil durch das Gilgamesch-Epos und tragen so zwar zum künstlerischen Aspekt des Albums bei, fühlen sich aufgrund des matschigen Sounds und der monotonen Vocals aber eher wie eine Aufgabe in Form einer undurchdringlichen Klangmauer an, statt Hörfreude zu erwecken.

Wer es durch die erste Hälfte des Albums schafft, wird schließlich mit „Blood Stains The Altar Of The Sun And In Ishtar’s Mourning The Feral Lord Of Desolation Awaits The House Of Dust“ von SWORDS OF DIS und dem Höhepunkt der Split, „From The Setting Of The Sun And Through The Waters Of Death, The Faraway, Uta-Napishtim, Lies Hidden” von MIDNIGHT ODYSSEY, belohnt. Beide Songs schaffen es, durch den Einsatz verschiedener Elemente eine spannende, bedrohliche Atmosphäre zu erzeugen, die trotzdem nicht überladen wirkt. Durch eine Mischung aus gesprochenen und gesungenen Passagen und den abwechslungsreichen Einsatz von Instrumenten führen MIDNIGHT ODYSSEY sowohl die Hörer:innen als auch Gilgamesch dann zum Ende der Erzählung.

Durchhalten zahlt sich aus

„From The Waters Of Death – A Retelling Of The Epic Of Gilgamesh” ist so umfang- und abwechslungsreich wie das Epos, das es nacherzählt. Obwohl die Interpretationen der Bands sehr unterschiedlich sind, verbinden das Konzept und die Vocals von Alice Corvinus die einzelnen Songs zu einem großen Ganzen. Vor allem die erste Hälfte des Albums fühlt sich beim Hören aber eher nach Arbeit als nach Vergnügen an, aber wer Spaß an experimenteller Musik, durchdachten Konzepten und einem stimmigen Artwork hat, sollte spätestens bei den letzten beiden Songs trotzdem auf seine Kosten kommen.

11.02.2026

"Es ist gut, aber es gefällt mir nicht." - Johann Wolfgang von Goethe

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