Vinterthron - Reign Ov Opposites

Review

„Endlich mal wieder eine echte Überraschung!“ An diese Floskel muss ich spontan denken, als ich „Reign Ov Opposites“ in den CD-Player schiebe, den ersten Songs lausche und mir schließlich noch den Pressetext zu Gemüte führe. Eine echte Überraschung – nur leider bezieht sich diese Feststellung gar nicht so sehr auf das musikalische Wirken von VINTERTHRON.

VINTERTHRON – der Name lässt es nur fast erahnen – kommen nämlich aus dem frostigen Brasilien. 2001 haben die vier Herren mit den Pseudonymen M (Drums und Gesang), W (Bass), N sowie K (jeweils Gitarre) zunächst unter dem Banner ANCIENTBLOOD zusammengefunden – nun möchte ich erwähnten Pressetext zitieren – „with the main purpose of spreading the Black Metal pest“. Zu diesem Zwecke wildern die Musiker im Schaffen von BATHORY, CELTIC FROST/HELLHAMMER und DARKTHRONE und haben hauptsächlich aus diesen Zutaten ihr neues Werk „Reign Ov Opposites“ zusammengezimmert. Um hier noch einmal erwähnten Pressetext zu zitieren – es handelt sich dabei um „raw and unprogressive Black Metal from Brazil […] mixed with some thrashing influences and an unhealthy dose of south-american madness.“ Das glaube ich auf’s Wort.

Nun ist es nicht so, dass ich beim Hören der neun Songs auf „Reign Ov Opposites“ von Gähnattacken geplagt werde. Vielmehr erweist es sich als nettes Spielchen zu raten, welches Riff und welche bekannte Passage als nächstes von den Brasilianern zitiert werden. Und somit hält auch die musikalische Seite von „Reign Ov Opposites“ so manche Überraschung parat. CELTIC FROST und DARKTHRONE schimmern mehr als einmal durch, während der Opener „Rising / Dark Congregation“ und „Thy Almighty Pestilence“ am ehesten an alte ANCIENT erinnern. „Blade’s Blood Taste“ schleppt sich langsam durch die Boxen und verweist eher in die Black-Metal-Steinzeit. Das Eingangsriff von „The New Light“ wiederum ist frech bei DØDHEIMSGARD geklaut – ach ja, der Rest des Stücks klingt wieder wie alte ANCIENT. Ist dann vielleicht das Outro „Downfall“ eine Überraschung, bei dem Gregorianische Choräle rückwärts anklingen? Nun…

Sicherlich, der oldschoolige Sound ist vielleicht sogar sympathisch und richtig schlecht ist es auch nicht, was VINTERTHRON dort fabrizieren. Die Brasilianer sind keine Anfänger, weder als Team noch als Songwriter, denn die Stücke klingen bei allem Zitierwahn und allen Ähnlichkeiten zu bisher dagewesenem flüssig und rund. Zudem sind die vier Herrschaften mit Vehemenz dabei und die oben genannte „ungesunde Dosis an südamerikanischer Verrücktheit“ schimmert auch durch – ob jedoch immer im Guten, sei mal dahingestellt. Insgesamt bietet „Reign Ov Opposites“ allerdings nichts, was nicht schon einmal dagewesen wäre. Wer sich damit zufrieden gibt – bitte. Für alle anderen ist dieses Werk jedoch verzichtbar.

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11.12.2008

- Dreaming in Red -

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1 Kommentar zu Vinterthron - Reign Ov Opposites

  1. Bluttaufe sagt:

    Ein recht unkonventionelles Black Metal Werk. Vom Hören würde man nicht erkennen, dass sie aus Brasilien kommen. Klingt bis auf die CELTIC FROST Zitate durch und durch nordisch. Richtig stumpf wird es selten, da man doch relativ melodisch klingt. Durch die doch recht gute Produktion & dem gut wahrnehmbaren Bass wirkt es sogar sehr rockig. Sie beschreiben sich ja selbst als: „A homage to the old ones!!!“
    Kann man sich ab und zu mal geben, auch wenn die großen Freudensprünge ausbleiben. Allerdings muss man auch sagen, dass sie ihre Instrumente spielen können & beileibe keine schlechten Musiker sind. Daher runde ich mal auf 7 Punkte auf.

    7/10