World Of Warcraft - Wrath Of The Lich King

Review

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WORLD OF WARCRAFT „Wrath Of The Lich King“ ist ein ein kooperatives Brettspiel mit dem Pandemic-System. Es baut auf dem Grundgerüst des weltweit bekannten und beliebten Spiels PANDEMIE aus dem Jahr 2008 auf. Dabei wird die Erde von vier Viren heimgesucht und ihr als Spieler müsst versuchen, in der Rolle von Spezialisten Heilmittel für die Krankheiten zu entdecken. Während ihr dies mit aller Kraft eurer Handkarten versucht, breiten sich die Viren immer weiter aus. Teils ist dies vorhersehbar, aber nachdem der Infektionsstapel stetig wächst, müsst ihr auch immer wieder mit neu auftretenden Infektionsherden fertig werden. Nach zahlreichen Erweiterungen, konnte das Pandemic-System 2015 mit PANDEMIC LEGACY „Season 1“ den großen Durchbruch für sich erzielen. Nicht nur führte das Spiel monatelang die Besten- und Verkaufslisten ein, es sorgte auch für die plötzliche Popularität von Legacy-Spielen (Spielen bei denen im Verlauf das Material nachhaltig verändert oder sogar zerstört wird).

Aus gegebenem Anlass mag sich Manche(r) jedoch ein wenig thematischen Abstand zu Viren, Impfungen und Infektionsketten wünschen. Dankenswerterweise liefert uns das Franchise bereits eine Reihe von Varianten, mit denen wir in die Welt von H.P. Lovecraft oder das alte Rom abtauchen können. Trotz kleiner Regeländerungen bleibt der Rundenablauf dabei stets gleich:
Sobald ihr am Zug seid, führt ihr vier Aktionen aus, zieht Handkarten nach und infiziert den Spielplan.

Zurück nach Azeroth

WORLD OF WARCRAFT „Wrath Of The Lich King“ ist nun der längst überfällige Fantasy-Ableger des Pandemic-Systems. Ihr schlüpft in die Rollen legendärer Charaktere aus dem WORLD OF WARCRAFT – Universum und versucht, den bösartigen Lich King mitsamt seiner untoten Geisel auf dem eisigen Kontinent Nordend zu besiegen. Um den König aber überhaupt in seiner dunklen Festung herausfordern zu können, müsst ihr vorher ganz heldenhaft je eine Quest in den drei Regionen des Landes bestehen. Anders als im Vorbild PANDEMIE, werft ihr eure Handkarten dafür nicht ab, sondern zeigt sie lediglich euren Mitspielern, um somit die Proben zu bestehen. Neu ist außerdem der Einsatz zweier Würfel, mit denen die Erfolge eurer Aktionen ermittelt werden. Indes überrennen Ghule und Monstrositäten die Spielkarte und rücken euren Helden auf den Pelz – äquivalent zur Infektion aus dem Basisspiel.
Während ihr Handkarten für Sonderaktionen abwerft und die Spezialfähigkeiten eurer Helden einsetzt, solltet ihr auf keinen Fall die untote Geisel des Lichkönigs aus den Augen verlieren. Könnt ihr keinen Ghul oder Monstrosität aufs Spielfeld setzen, wandert der Verzweiflungsmarker weiter. Erreicht dieser das unterste Feld der Leiste, tragen die finsteren Pläne des Lichkönigs Früchte und ihr verliert sofort das Spiel.

Alles das Gleiche!

…stimmt so nicht! WORLD OF WARCRAFT kombiniert das bewährte PANDEMIE-Spielsystem mit weiteren Regeln, die so oder ähnlich auch in anderen Ablegern der Reihe auftauchen. Pandemiemüde macht der Trip nach Azeroth jedoch auf keinen Fall. Den Entwicklern ist es gelungen, mit WORLD OF WARCRAFT eine Variante vorzulegen, die auch PANDEMIE-erfahrene Spieler nicht als redundant erleben dürften. System-Neulinge können sich hingegen bedenkenlos mit an den Tisch setzen. Die Variante ist nämlich nicht komplizierter, als das Basisspiel und das gut strukturierte Regelheft führt schnell und mühelos in den Kampf gegen den Lichkönig. Freuen dürfen sich Noobs und Pros gleichermaßen auf die bewährte PANDEMIE-Panik, wenn trotz sorgfältig überlegter Strategie die Gegner plötzlich das Feld überrennen und nicht selten die allerletzte Handkarte die Gruppe vor dem Untergang rettet. Auch WORLD OF WARCRAFT ist erfreulich balanciert, wiegt die Helden gerne in falscher Sicherheit und lässt sich durch überlegtes Spiel mit dem Feuer am Ende oft dennoch knapp gewinnen – oder eben nicht. Sollte euch das Spiel trotzdem zu leicht werden, könnt ihr bequem den Schwierigkeitsgrad erhöhen und erneut den Punkt erreichen, an dem euch nur ein einziger Zug vom Sieg trennt – aber die rettende Karte auf dem Nachziehstapel fehlt.

Vielleicht schafft PANDEMIE irgendwann, das sterbenslangweilige MONOPOLY vom „Das-kennt-jeder“-Brettspielthron zu stoßen. Dann dürfen wir uns hoffentlich auf eine METALLICA-Version freuen, bei der wir versuchen, die Welt vor schlechter Musik zu retten. Bis dahin lohnt sich der pandemische Trip nach Azeroth allemal – für Fantasyfans mit und ohne WoW- und Pandemieerfahrung.

Spieleranzahl: 1 – 5 Helden von Azeroth
Spielzeit: 45 – 60 Minuten
Verlag: Asmodee
Sprachen: deutsch
Festivaltauglichkeit:
Wie alle Spiele der Serie (außer die Legacy-Titel), hat die Schachtel ein handliches Format in Ordnergröße. Es passt bequem in jeden Festivalrucksack und wenn diese endlich wieder stattfinden, wird ein Spiel im Pandemic-System bestimmt genau das Richtige für den Campingtisch sein.
Musikempfehlung:
Unsere Playlist zu diesem Spiel möchte erweitert werden! Ihr habt einen guten Tipp? Dann teilt ihn uns doch über den Serviervorschlag mit.

Würfeln und blättern, statt lauschen und headbangen – In der Rubrik „Dice ‚em All“ stellen wir euch ausnahmsweise keine Musik vor, sondern Rollen- und Brettspiele.

17.01.2022

"HINTER DIR! EIN DREIKÖPFIGER AFFE!" - Guybrush Threepwood

Der metal.de Serviervorschlag

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