Zakk Wylde - Book Of Shadows II

Review

Als ZAKK WYLDE sein erstes „Book Of Shadows“ schrieb, sollte es strenggenommen gar keine 21 Jahre bis zur Veröffentlichung des Nachfolgers dauern. Die BLACK LABEL SOCIETY, die der zottelige Axtmeister erst nach diesem seinem ersten Soloausflug Ende der 90er aus der Taufe hob, segelte 2004 mit dem superben „Hangover Music Vol.6“ in ähnlich ruhigem Fahrwasser und unterstrich den Stellenwert, den (semi-)akustische und balladeske Klänge in Wyldes Schaffen schon seit den frühen Tagen von PRIDE & GLORY haben. „Book Of Shadows II“ listet nun mit John DeServio und Jeff Fab Musiker, die aktuell auch Teil der „Society Dwelling Mother Fucker“-/“Strength Determination Merciless Forever“-Truppe sind, stellt aber wieder den Solokünstler ZAKK WYLDE in den Vordergrund – zumindest namentlich.

Inhaltlich lehnt sich „Book Of Shadows II“ natürlich an das an, was man seit jeher von WYLDE gewohnt ist, obwohl es weit weniger schattig als erwartet ausfällt. Wo der Vorgänger sowie „Hangover Music Vol.6“ den Eindruck erweckten, WYLDE könne gar nicht anders, als selbst in einer Quasi-Unplugged-Umgebung entfesselt vor sich hin zu berserken, erscheint „Book Of Shadows II“ geradezu von einer altersmilden Sicht auf die Dinge befallen. Der primär Dur-basierte Mix aus Southern Rock, Country, Blues und Singer-Songwriter-Folk spielt nur mit einer minimalen Prise Düsternis, dafür mehr mit einer wehmütigen, fast schon besinnlichen Atmosphäre, in der WYLDE mit deutlich sanfterer Stimme als gewohnt weniger Gram denn Nachdenklichkeit heraussingt. Omnipräsente Hammond-Sounds predigen mit unterschwellig sakraler, sonntägliche Ruhe und das warme Perlen der Bullseye-Gibson schießt selten über die Schwelle angezerrter Heaviness hinaus, auch wenn WYLDE es sich natürlich nicht nehmen lässt, in jedem der 14 Songs solierend seine außergewöhnliche Spielkunst unter Beweis zu stellen.

Das größte Manko von „Book Of Shadows II“ begründet sich denn auch nicht im Fehlen gewohnter Schärfe. So herausragend ZAKK WYLDE als Songwriter gewachsen ist, führt das strikte Songstruktur-Schema zu einer Gleichförmigkeit, in der die Grenzen zwischen den Songs verschwimmen und „Book Of Shadows II“ an Masse überfrachtet ist. Der Verzicht auf gutklassiges zwischen erstklassigen Nummern wie „The Levee“, „Sleeping Dogs“, „Forgotten Memory“ oder „The King“ hätte WYLDEs zweites Solowerk zu einem Referenz-Album gediegenen Southern Rocks gemacht.

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19.06.2016

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