Ehrenamt
Die Weltpremiere in Marsberg

Special

Dadurch gelingt es dem Film, die verschiedenen Positionen in einem ehrenamtlich Verein zu beleuchten. Neben viel positiven Worten über den Beitrag eines jeden Beteiligen kommt auch Selbstkritik nicht zu kurz. So geben die Vereinsmitglieder im Film zu verstehen, dass ihnen gerade bei den ersten Ausgaben des Festivals so mancher Fehler unterlaufen ist. Schließlich haben sie ohne Plan oder große Erfahrung mit der Organisation eines Musikfestivals einfach losgelegt.

Schnell kristallisiert sich dadurch eine Grundbotschaft des Films heraus. Denn wer dem Geschehen auf der Leinwand folgt, erfährt schnell: Ehrenamtliches Engagement heißt vor allem, jede Menge Energie in etwas zu investieren, für das man brennt. Selbst wenn man am Anfang gar nicht so richtig weiß, wie das gewählte Vorhaben eigentlich funktioniert.

"Ehrenamt"-Regissuer Daniel Hofmann

„Ehrenamt“-Regissuer Daniel Hofmann stand für den Film auch vor der Kamera

Im Laufe der 109 Minuten erzählt Hofmann die Entwicklung des Metal Diver Festivals bis zum zehnjährigen Jubiläum im Jahr 2025 nach. Bei diesem konnten SODOM als Headliner gewonnen werden. Deren Frontmann Tom Angelripper zeigt sich im Film beeindruckt von der Professionalität, mit der der ehrenamtliche Verein sein Festival durchzieht.

Ähnliche Reaktionen folgen von diversen Vertretern der Stadt Marsberg, die betonen, was für ein großer wirtschaftlicher Faktor das Festival für die gesamte Region ist. Schließlich sind Hotels am Wochenede des Festivals für gewöhnlich ausgebucht. Und auch der örtliche Supermarkt bemerkt jedes Jahr eine Umsatzsteigerung, wenn das Metal Diver Festival steigt. Ehrenamt ist eben nicht nur Selbsterfüllung. Es ist auch ein wichtiger Beitrag zum gesellschaftlichen Zusammenleben und Zusammenhalt. Das macht Hofmanns Film immer wieder deutlich.

„Ehrenamt“ ist eine klare Weiterentwicklung

Inszenatorisch stellt „Ehrenamt“ eine klare Weiterentwicklung gegenüber „Total Thrash“ dar. Hofmann weiß genau, wie er die Interviewten anordnet, um eine möglichst stimmige Bildsprache zu kreieren. Dazu gesellen sich zahlreiche, oft rohe Archivaufnahmen, die einen intimen Blick hinter die Kulissen des Metal Diver Festivals gewähren. Natürlich dürfen Konzertaufnahmen nicht fehlen. Doch diese halten sich in Grenzen. Schließlich ist „Ehrenamt“ eben kein Musikfilm.

Nachdem der Abspann über die Leinwand rollt, folgt ein lang anhaltender Applaus. Hofmann betritt gemeinsam mit allen anwesenden Mitgliedern des Metal Diver Vereins die Bühne. Es folgt ein ausführlicher Dank an alle Beteiligten. Anschließend folgt ein großes Gruppenfoto, bevor Hofmann und Crew für Fragen aus dem Publikum bereitstehen.

Die Metal Diver Dokumentation wuchs zu etwas Größerem heran

Nach „Total Thrash“ hatte Hofmann noch zu verstehen gegeben, dass er so schnell kein weiteres Projekt dieser Art angehen wolle. Doch das Team des Festivals hat ihn schnell umgestimmt. Nach eigenen Angaben hat er allerdings knapp zwei Wochen darüber nachgedacht, bevor er den Zuschlag gab, eine Dokumentation zum zehnjährigen Jubiläums des Festivals zu machen.

Im Verlauf der Arbeit wurde ihm schnell klar: In diesem Film geht es um mehr als „nur“ ein Festival. Daher stand am Ende nicht die „Metal Diver Dokumentation“, wie es der ursprüngliche Arbeitstitel war, sondern „Ehrenamt“. Die Produktion war allerdings nicht ohne ihre Tücken.

„Ehrenamt“ bald auch auf Tour

Anderthalb Jahre arbeitete Hofmann an dem Projekt. Die Finanzierung erfolgte, wie schon bei Total Thrash“, weitestgehend unabhängig. Hofmann gibt im zu verstehen, er wünsche sich, dass auch Projekte wie „Ehrenamt“ oder das Genrekino in der deutschen Filmlandschaft mehr Beachtung finden, auch im Hinblick auf mögliche Filmförderungen.

Dass der Regisseur und sein Team „Ehrenamt“ ohne solche Unterstützung realisiert haben, unterstreicht die Botschaft des Films. Mit viel Engagement und Zusammenarbeit ist eine ganze Menge möglich. Ohne Ehrenamt würde unserer Gesellschaft eine Menge fehlen. Davon können sich alle Interessiert auf der anstehenden Kinotour überzeugen.

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22.02.2026

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