Monatsrückblick August 2017
Die besten Highlights, die schlimmsten Gurken im August

Special

Der große metal.de-Monatsrückblick für den August 2017

Der Monat danach …

Fliegender Wechsel, Worte des Lobes – alles schön und gut. Wie es metal.de nun aber wirklich im ersten Monat mit neuer Chefredaktion erging, zeigen nun exklusiv geleakte Chat-Verläufe von Halbruheständler Eckart Maronde und seinen beiden Nachfolgern Jan Wischkowski und Alex Klug. Dabei wurden nicht nur interne Abläufe besprochen, sondern möglicherweise sogar die wahre Identität des GHOST-Sängers preisgegeben …

(Auf den nächsten Seiten: Die besten Alben des Monats – und mehr!)

Eckart: Jungs, habt ihr den Kater von der Champagnerparty zu eurem Einstand schon auskuriert?

Alex: Der Trümmerhaufen von Chefredaktion, den du uns hinterlassen hast, bereitet mir auch so schon genug Kopfschmerzen.

Jan: Ja, also Eckart, Champagnerparty wäre ja schön gewesen … aber was war da denn zuletzt los? Ich komme ja nicht mal zum Kaffeetrinken …

Alex: Nicht mal der Power-Metal-Dreck in den Ecken wurde zusammengekehrt.

Eckart: Was war denn da los? Ich war doch im Urlaub und hatte die Amtsgeschäfte schon auf euch übertragen …

Jan: Du warst doch die letzten vier Jahre eigentlich nur im Urlaub.

Eckart: Wenn, dann war das Arbeitsurlaub – in einem Steinbruch.

Alex: Ich bin auf jeden Fall froh, dass wir den Lesern jetzt wieder etwas jüngere, zielgruppenorientierte Themen präsentieren können. EXIT EDEN zum Beispiel.

Jan: Eben, reicht ja auch langsam mit PRIMAL FEAR.

Eckart: Moment mal, PRIMAL FEAR haben mal gesagt: “Metal is forever, in every single matter.” Haben sie damit recht oder haben sie recht? Und EXIT EDEN… das könnt ihr jungen Leute gerne hören. Das gönne ich euch.

Alex: Na ja, derzeit sieht das ja eher nach “Dungeon Synth is forever” aus. Seit der DEPECHE MODE-Review geht alles bergab.

Eckart: Was habt ihr euch denn vorgenommen? Wollt ihr jetzt noch mehr Synthiepop durchwinken? Mehr MONO INC. wagen?

Alex: “Wir holen dir deinen Metal zurück!”

Eckart: Aber nicht mit PRIMAL FEAR, wenn ich euch recht verstehe. Womit dann?

Jan: MANOWAR natürlich!

Eckart: Ahhhh … ich bin übrigens immer noch geflasht von unserem DJ-Set auf dem Summer Breeze. Wie alle bei “Warriors Of The World United” den Joey DeMaio gemacht haben, war ziemlich groß!

Alex: Umso schlimmer, dass im Dezember die Abschiedstour ansteht. Ich hoffe wenigstens auf eine zünftige finale Rede von Mr. Eier-Öl-Creme. Danach braucht man aber eine neue Band, an die man glauben kann. THE HIRSCH EFFEKT etwa. Wenn man den nächsten Monatsrückblick-Seiten Glauben schenken mag. Platte des Jahres, versteht sich. Habt ihr bestimmt auch schon gepumpt, wa?

Jan: Da klingelt was, aber Platte des Jahres? Da habe ich doch sehr große Zweifel dran … und wie sollen die Eckarts Metal retten?

Alex: Eckarts Metal ist wohl nicht mehr zu retten. Was sind denn eure Platten des Jahres (falls ihr irgendwas von vor ‘86 im Regal habt …)?

Eckart: Also, ich glaube nach wie vor an GHOST, aber die werden dieses Jahr wohl nichts mehr veröffentlichen. Außer ziemlich tollen Videos natürlich …

Jan: Ich glaube, für mich gibt es zu viele gute Alben in diesem Jahr, um mich jetzt auf eins festzulegen. Da kann ich nur von meiner aktuellen Playlist ausgehen, und da stehen vor allem MYRKUR, AUGUST BURNS RED, DER WEG EINER FREIHEIT, IMPLORE und FIN recht hoch im Kurs.

Alex: Na logen, war bei mir ja jetzt auch nur ein Beispiel. Dafür gibt’s auch im Non-Metal wieder zu viel geilen Scheiß. Aber sag mal, Eckart, darf man GHOST denn nach all den angeblich unkollegialen Machenschaften von Sir Toby überhaupt noch unterstützen?

Eckart: Wen meinst du jetzt genau? Den Papa-Emeritus-XXII.-Darsteller? Ich verstehe gerade nicht, auf wen du dich beziehst …

Alex: Jeder könnte unter der Maske stecken. Und du hast ja bekanntlich wieder etwas mehr Freizeit …

Eckart: Darf ich dich an die Verträge erinnern – Schweigen ist das Gebot der Stunde.

Alex: So möge es sein.

Was wir wirklich hören:

Monatsrückblick August 2017 – Die zehn besten Alben des Monats

Der Weg einer Freiheit – „Finisterre“

Der Sound organisch und kraftvoll, das musikalische Niveau über jeden Zweifel erhaben: Mit ihrer unkonventionellen Herangehensweise an den Black Metal und der vertraut aggressiven Direktheit überzeugen DER WEG EINER FREIHEIT wieder einmal auf ganzer Linie.

Monatsrückblick August 2017 – Die zehn besten Alben des Monats

Mr. Hurley & Die Pulveraffen – „Tortuga“

Treibende Folk-Musik, eingängige Melodien und vor allem jede Menge Selbstironie – für diese Trademarks werden MR. HURLEY seit nunmehr acht Jahren mit reichliche Liebe und Hass bedacht. Dass „Tortuga“ aber durch und durch allerbeste Unterhaltungsqualität bietet und damit den Nerv der Fans trifft, ist und bleibt einfach unbestreitbar.

Monatsrückblick August 2017 – Die zehn besten Alben des Monats

Pagan Altar – „The Room Of Shadows“

PAGAN ALTAR mögen im Doom Metal verwurzelt sein, die stimmliche Nähe zu JETHRO TULLs Ian Anderson ist dennoch nicht zu überhören. Was dem bereits vor 13 Jahren geschriebenen “The Room Of Shadows” aber nur zugutekommt. Ein würdiger Nachruf auf den viel zu früh verstorbenen Terry Jones.

Monatsrückblick August 2017 – Die zehn besten Alben des Monats

Die Apokalyptischen Reiter – „Der Rote Reiter“

Flott, metallisch, eingängig, und endlich auch wieder mit mehr Blasts und Screams: DIE APOKALYPTISCHEN REITER sind back in action. Auf einer Spielzeit von 54 Minuten entlädt sich die aufgestaute Kreativität der letzten Jahre. Dabei überzeugt „Der Rote Reiter“ nicht nur mit hohem musikalischen Niveau, sondern zugleich auch mit dem nötigen Blick in die eigene Vergangenheit.

Monatsrückblick August 2017 – Die zehn besten Alben des Monats

The Hirsch Effekt – „Eskapist“

THE HIRSCH EFFEKT auf ihrem vorläufigen Zenit – eine Aussage, die angesichts der qualitativ unermesslichen Reihe von Überalben der Hannoveraner allmählich langweilt. Dennoch zeugt „Eskapist“ von einem enormen Reifeprozess, der es der Band abermals ermöglicht, musikalische Extravaganz, atmosphärische Tiefe und die nötige Prise Humor zu einem großen Ganzen zu bündeln. Ein Meisterstück.

Monatsrückblick August 2017 – Die zehn besten Alben des Monats

Vulture – „The Guillotine“

„Cut that head that doesn’t bang – all killers, no fillers!“ Kollege Marek Protzak kommt über die neue VULTURE-Platte „The Guillotine“ so schön ins Schwärmen, wie es eben nur Kollege Marek Protzak kann. Noch ein paar Kostproben? Klar doch: „[‚The Guillotine‘] rasiert alles schmalnackige zwischen Whimp und Poser mit blitzendem Stahl und Wonne. Akkurat und gnadenlos.“ Und: „Die Attacken der ‚Guillotine‘ geben jede Anwandlung von ‚Komm mal runter, is‘ nur Mucke‘ dermaßen überlegen der Lächerlichkeit preis, dass man sich für knappe 40 adrenalingeschwängerte Minuten ernsthaft fragt, wie man jemals so weit gekommen sein konnte, die eine oder andere (vereinzelte!) Nacht ohne Kutte geschlafen zu haben.“

Noch Fragen?

Monatsrückblick August 2017 – Die zehn besten Alben des Monats

End Of Green – „Void Estate“

Die Düsterrocker END OF GREEN krönen das fünfundzwanzigjährige Bandjubiläum mit ihrem neunten Studio-Album „Void Estate“. Von ausgelassener Feierlaune kann allerdings bei den Baden-Württembergern erwartungsgemäß nicht ausgegangen werden … dafür aber von Qualität: „Void Estate“ geht unter die Haut und zeigt, dass sie auch nach fünfundzwanzig Bandjahren noch enorm vielschichtige Rockerlebnisse zu produzieren in der Lage sind.

Monatsrückblick August 2017 – Die zehn besten Alben des Monats

The Lurking Fear – „Out Of The Voiceless Grave“

„Out Of The Voiceless Grave“ ist ein Brett! Über den Atlantik ist ein frischer Old-School-Wind geweht, der sich prima mit dem schwedischen Klima verträgt, welches die Herren hinter THE LURKING FEAR eh im Blut haben. Aussetzer gibt es nicht, dafür stattliche Ecken und Kanten, die sich sofort in die Eingeweide der Hörer bohren. Operation gelungen, Patient tot.

Monatsrückblick August 2017 – Die zehn besten Alben des Monats

Dawn Of Disease – „Ascension Gate“

Einem Knalleralbum wie „Worship The Grave“ von 2016 ein ebenbürtiges Album folgen zu lassen, sollte ein verdammt schwieriges Unterfangen gewesen sein. Doch Pustekuchen: DAWN OF DISEASE lösen das Problem mal eben ganz einfach so … und hauen mit „Ascension Gate“ einen würdigen Nachfolger raus. Und stecken damit ganz locker 90 Prozent der momentanen Konkurrenz in den Wäschesack.

Monatsrückblick August 2017 – Die zehn besten Alben des Monats

Attic – „Sanctimonious“

Vorsicht, heiß und ATTIC! „Sanctimonious“ ist die Ansage, die mal gemacht werden musste. ATTIC schwärzen sich nicht einfach den Bauchnabel mit Kajal und reißen die Boxen auf, sondern sie schwärzen gleich den gesamten Tag wie eben KING DIAMOND und MERCYFUL FATE. Und das ist ein meilenweiter Unterschied.

Monatsrückblick August 2017 – Die größten Gurken des Monats

Battle Raider – „Battle Raider“

„Wer den Gedanken an mexikanische Airbrush-MANOWAR mit Kiske-HELLOWEEN im Abgang als erotisch empfindet, der wird BATTLE RAIDER mögen“, weiß Kollege Protzak. Immerhin mangelt es dem Cover nicht an Pleasure Slaves. Ob das aber Anreiz genug für das selbstbetitelte Album der Jungs um Sänger Steve Scheepers (kein Witz!) ist. Da die Musik eine eher lieblose Aneinanderreihung bekannter Versatzstücke ist, eher nicht …

Bool – „Fly With Me“

Wandeln auf den schleimigen Spuren, die Bands wie CREED und Konsorten hinterlassen haben. Klischees. Schmalz. Die Worte, mit denen in unserer Review „Fly With Me“ von BOOL bedacht wird, sind nicht gerade schmeichelhaft. Aber wer möchte schon geschmeichelt werden, wenn dabei der Sabber aus dem Mund laufen würde? Na eben.

Steel Mammoth – „Atomic Oblivion“

STEEL MAMMOTH paaren auf „Atomic Oblivion“ rotzige Attitüde und punkige Ausbrüche. Allerdings vergessen die Finnen dabei, dass es sich trotz aller künstlerischer Freiheit immer noch um Musik dreht. Fazit: Die Songs sind nicht durchdacht und bis auf wenige Ausnahmen kaum auf musikalischer Ambition gegründet. Skip!

A Feast For Crows – „A Chapter Unwritten“

Das kann nicht funktionieren: Einen auf ESKIMO CALLBOY machen, sich dabei aber humorlos, steif und bieder geben. Scheint so, als wäre „A Chapter Unwritten“ von A FEAST FOR CROWS tatsächlich besser „unwritten“ geblieben. Next one.

Mathan – „Mathan“ (Demo)

Juhu, endlich mal wieder ein Demo! Allerdings zeigen MATHAN aus Wien auf ihrem selbstbetitelten Rundling eindrucksvoll, warum es bei ihnen (noch) nicht zu höheren Weihen oder einem Plattenvertrag reicht. Unser Textchef hat immer noch wunde Ohren!

Die Playlists der Redakteure – Das lief bei uns im August

Colin Büttner:

Dominik Rothe:

Eckart Maronde:

Matthias Weise:

Angela:

 

22.09.2017
Exit mobile version