The Lurking Fear - Death, Madness, Horror, Decay

Review

Soundcheck November 2021# 10 Galerie mit 16 Bildern: The Lurking Fear auf dem Summer Breeze Open Air 2017

Sänger Tompa Lindberg Redant charakterisiert das neue THE LURKING FEAR-Album „Death, Madness, Horror, Decay“ schon völlig korrekt, wenn er sagt: “Ich schätze, dies ist das hässliche Stiefkind des neuen AT THE GATES-Albums!“ Das kann man so stehen lassen. Denn dort, wo die eine Scheibe etwas verkopft wirkt und vielleicht nicht sofort schlüssig nachzuvollziehen ist, kommt die andere mit einfachen Riffs und Drive sofort zur Sache. Schön, dass sich beide Bands, die sich drei der fünf Mitglieder teilen, trotz nicht ganz unähnlicher Ausrichtung dennoch unterscheiden.

„Death, Madness, Horror, Decay“ ist das hässliche Stiefkind

„Death, Madness, Horror, Decay“ macht nichts komplizierter, als es sein muss: „Death Reborn“, vorab als Single ausgekoppelt, kommt mit drei knackigen Riffs für ein Halleluja sofort auf den Punkt und ist nach gerade einmal einer Minute neun auch schon wieder vorbei. Trotzdem ist alles gesagt, und nichts wird vermisst: Weder Drive noch Speed, krachende Gitarren mit jeder Menge Finesse oder tollwütiger Gesang, dem im Mix durch einen Halleffekt eine Extraportion Hysterie verpasst wurde.

Der Opener „Abyssal Slime“ sowie „Cosmic Macabre“ schlagen in eine ähnliche Kerbe und komplettieren damit den Eröffnungsdreiklang. THE LURKING FEAR können aber auch anders: Der Titeltrack wartet mit Tremololeads auf, die dem Ganzen ein Stück Weite, ja Epik verleihen. „Architects Of Madness“ rifft sich schleppend, dabei aber nicht unmelodiös durch die unwirtlichen Death-Metal-Landschaften, während „In A Thousand Horrors Crowned“ in D-Beat-Gefilde abbiegt.

Auf dem linken Pfad der Death-Metal-Tugenden

Für reichlich Abwechslung ist also gesorgt, und das ohne den linken Pfad der Death-Metal-Tugenden zu verlassen. Knapp in der Mitte steht mit dem psychedelischen und doomigen „Kaleidoscopic Mutations“ ein willkommenes Zwischenstück, bei dem Chris Reifert von AUTOPSY den Gesang beisteuert. Danach kommen THE LURKING FEAR aber noch einmal zur Sache und haben mit „One In Flesh“ und seinen sirenenhaften Leadgitarren noch einen späten Höhepunkt auf Lager. „Restless Death“ zeitgt wiederum, dass es für einen gelungenen Death-Metal-Song nicht viel braucht – wobei, doch: Denn die Schweden haben einfach dieses gewisse Etwas.

Abgerundet wird „Death, Madness, Horror, Decay“ durch das vergleichsweise lange „Leech Of The Aeons“, das nicht nur durch Orgelklänge eingeleitet wird, bei dem man sich an den seligen Jon Lord zu „The Book Of Taliesyn“-Zeiten erinnert fühlt; schließlich erklingt auch ein Saxofon, bei dem man an das Spiel von Johannes Pappert (bis Mitte der Siebziger Saxofonist der Krautrock/Fusion-Band KRAAN) denken könnte.

THE LURKING FEAR haben das gewisse Etwas

Es steckt also eine Menge drin in „Death, Madness, Horror, Decay“, das mit 38 Minuten Spielzeit dennoch knackig ausfällt und Längen ausspart. Einzig der Sound ist etwas merkwürdig und offensichtlich so sehr am Limit gestrickt, dass die lautesten Passagen gnadenlos verzerren. Dafür haben THE LURKING FEAR einige richtig schmissige Songs in den Ring geworfen, die das „hässliche Stiefkind“ äußerst attraktiv machen, nur eben nicht wohlerzogen.

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19.11.2021

- Dreaming in Red -

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