Speed Invasion Tour 2026
White Line Fever - Ein Tourtagebuch

Special

Tag 4: 01. April – Stadt: Stuttgart – Location: Schwarzer Keiler

Mit einem KFZ nach Stuttgart zu reisen, ist schon eine Herausforderung. Das Parken in der Innenstadt ist nämlich entweder nicht bezahlbar oder schlicht und ergreifend verboten. Wenn man dann noch mit einem 6-Meter-Kastenwagen vorfährt, ist die Erfahrung nicht ruhmreicher. So stelle ich meinen Camper auf einem der vielen Berge, die die Stadt säumen ab, und fahre mit dem Radl ein paar Kilometer runter zum Schwarzen Keiler. Noch ist von den Bands nichts zu sehen und ich entscheide mich für die sportliche Variante und hetze mit dem Drahtesel den Berg wieder hinauf. Puh. Oben angekommen, fährt mir ohne Ankündigung der Beelzebub in den Rücken, tja wie war das noch mit „Konzert absagen“?

Ohne Fahrrad treffe ich Stunden später wieder im Keiler ein, wo KNIFE gerade ihren Soundcheck beenden und Vince mich mit einem Wärmepflaster aus seiner Reiseapotheke behandelt. Ich fühle mich wie ein Rentner unter Gleichgesinnten auf Butterfahrt. Wir verziehen uns dann geschlossen ins nahe „2nd-Hand-Records“, kaufen dort ein und haken mit einem Interview den offiziellen Teil des Tages ab. Als wir wieder beim Schwarzen Keiler eintreffen, startet der Einlass und unter anderem ist auch wieder KNIFE-Die-Hard-Fan Stephan aus der Schweiz angereist. Er war gestern bereits in Frankfurt und ist nachts noch nach Luzern zurückgereist. Es ist eine weitere schöne Tour-Erfahrung, einen ausgeglichenen, sympathischen Menschen wie ihn zu treffen.

Der Abend in Stuttgart fällt insgesamt etwas kürzer aus, weil TASKFORCE TOXICATOR heute einen Auftritt in der Tschechischen Republik haben und die Slots auf nur zwei Bands aufgeteilt werden. Der Club ist ein echtes Highlight, wenn es um Metal-Konzerte geht. Immerhin wird er von Fans geführt und zieht auf natürlichem Wege jede Menge Besucher:innen an, die einfach Bock auf Live-Musik haben. WARRANT werden enthusiastisch aufgenommen, was Jörg dazu veranlasst, sein erstes Bier der Tour zu einem „Prost“ mit dem Publikum zu heben. Marius ist heute besonders energisch und am Bühnenrand erblicke ich doch tatsächlich Vince Nihil, der heute wieder fast gesundet zu sein scheint. Als Jörg den Enforcer ankündigt, stapft ein mit entblößtem Oberkörper und in Chucks steckender Gypsy Danger auf die Bühne. Der Mann ist also auch auferstanden. Der Enforcer hebt den Abend noch einmal in nie dagewesenen Sphären, kokettiert er doch spielerisch mit der Axt, springt in den Publikumsraum und füllt jeden freien Millimeter auf der Bühne aus. Beim anschließenden Abschlussfoto mit den Fans, darf er natürlich nicht fehlen und ist WARRANTs fehlender, vierter Mann.

Nachdem KNIFE vor knapp eineinhalb Jahren an gleicher Stelle einen wahren Abriss geliefert haben, könnten die Erwartungen an die Show nicht höher sein. Kurz bevor es mit „Behold The Horse Of War“ losgehen soll, klagt Thanatos darüber, dass etwas mit der Snare nicht stimmt und die Anspannung glüht wie ein entzündeter Sonnenbrand dritten Grades. Dann setzt der Test-Trommelwirbel unvermittelt in den Auftakt des Songs über und sofort ist Bewegung auf und vor der Bühne. Wieder geben die Marburger größtenteils Material von Ihrem Debüt zum Besten, was mit Songs wie „Inside The Electric Church“, „White Witch – Black Death“ und „Black Leather Hounds“ sowieso großartig ist. Die Haare fliegen, das Mikro landet mehr als einmal vor KNIFE-Ultra Stephan, der spielend in jede Textzeile einsteigt und geschlossen fordert der Schwarze Keiler eine Zugabe, während Laz ein bösartiges Sustain aus dem Verstärker flirren lässt und die Band sich kurz aber herzlich verabschiedet.

Knife - Knife - Albumcover

Für mich ist es einerseits ein sehr würdiger Abschied, andererseits kann ich mich noch nicht lösen und harre so lange im Club aus, bis kaum noch Besucher:innen da sind. Mit einem lachenden und einem weinenden Auge verabschiede ich mich nach und nach von den Musikern: Jörg, Michael, Marius, Benni, Philipp, Philipp und Hussein und denke noch an Fabian, Dominik, Lars, Hendrik, Volker, Michael und Adrian. Ihr wart allesamt ein spitzenmäßiger Haufen.

Auch wenn die „Speed Invasion Tour 2026“ noch für drei Konzerte weiterzieht, fahre ich weit nach Mitternacht aus Stuttgart und auf die A8 in Richtung München. Eine erlebnisreiche Konzertreise geht für mich zu Ende, bei der nicht die oft beschworenen Exzesse und wilden Partys die Geschichte schreiben. Stattdessen zeichnen sich alle Akteure durch Fannähe, Bodenständigkeit, Leidenschaft und Professionalität aus. Wir sehen uns wieder! Oder der Enforcer wird kommen, um euch zu holen…

Während der Tour ist auch eine Video-Zusammenfassung entstanden.

Galerie mit 25 Bildern: Knife - Deutschland Into Dust Tour 2024 in StuttgartGalerie mit 19 Bildern: Warrant - Ruhrpott Metal Meeting 2022Galerie mit 6 Bildern: Taskforce Toxicator - Revolt! 2022 in Hamburg

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15.05.2026

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