Pyogenesis

Band

Pyogenesis ist eine Rock- und Metal-Band aus Stuttgart, die sich musikalisch vom Death Metal über Gothic Metal hin zum Alternative Rock und Power Pop entwickelte.

Bandgeschichte

Aus einer lokalen Band namens Immortal Hate und Sänger/Gitarrist Flo von Schwarz ging im Sommer 1991 Pyogenesis hervor. Die Bandmitglieder lernten sich in einer Discothek im Großraum Stuttgart kennen. Noch im selben Jahr wurden von dem zuvor aufgenommenen Death-Metal- und Grindcore-Demoband Ode to the Churning Seas of Nar-Mataru die 7″-Single Rise of the Unholy auf dem mexikanischen Label Mephitic Productions veröffentlicht. Kurze Zeit später erschien ebenfalls als Vinylsingle Sacrificious Profanity auf Symphonies of Death Records aus Kolumbien. Beide Veröffentlichungen waren zunächst in einer Auflage von 1.000 Stück erhältlich und bereits im Vorfeld ausverkauft, so dass Nachpressungen gab, die jedoch als solche kenntlich gemacht wurden. Im Herbst des Jahres 1992 wurde das Debütalbum Ignis Creatio für das französische Label Osmose Productions aufgenommen. Trotz der Spieldauer von 31 Minuten wurde als vollwertiges Album vermarktet. Für das Album bezogen Pyogenesis erstmals klare Gesänge und harmonische Riffs in die Musik mit ein. Im späteren Verlauf des Jahres 1993 wurde das Album Sweet X-Rated Nothings eingespielt, an dem Nuclear Blast großes Interesse zeigte. Die beiden Plattenfirmen konnten sich auf einen Wechsel einigen, woraufhin Pyogenesis bei Nuclear Blast unterschrieben. Als erste Veröffentlichung für das neue Label wurde anstelle des Albums die Mini-EP Waves of Erotasia mit einer Gesamtlänge von 16 Minuten als Kassette und CD veröffentlicht. Vor der Veröffentlichung im Jahr 1994 fand eine Co-Headlinertour durch Europa mit den britischen Anathema im Januar statt. Im November desselben Jahres wurde dann das Album Sweet X-Rated Nothings veröffentlicht. Musikalisch führte das Album die Entwicklung der Gruppe fort und zeigte sich melodischer und mit verstärktem klaren Gesang. Es folgten größere Auftritte für den neu gegründeten Musiksender VIVA sowie im Rahmen der Popkomm in der Live Music Hall in Köln. Im Februar und März 1995 absolvierten Pyogenesis ihre erste ca. zwei Wochen andauernde Tour durch den ehemaligen Ostblock, unter anderem durch Polen oder die damals gerade aufgelöste ČSSR. Über diese Tour schrieb das Magazin Rock Hard einen vierseitigen Bericht. Im April desselben Jahres spielten Pyogenesis zum ersten Mal in Mexiko. Im darauf folgendem Jahr spielte die Gruppe auf diversen Musikfestivals. Ab März 1995 wurde das Nachfolgealbum Twinaleblood im bandeigenen Tonstudio eingespielt. Noch vor Veröffentlichung des Albums produzierten Pyogenesis in Berlin mit Harris Johns den Song Son of Fate als exklusiven Beitrag für die Compilation Death is Just the Beginning…. In der Zwischenzeit wechselte die Gruppe zum Majorlabel Warner Music und veröffentlichten am 1. Dezember 1995 das Album Twinaleblood. Das Album erhielt Anerkennung der nationalen und internationalen Medien. Im Rock Hard wurde Twinaleblood auf Platz 2 der Redaktionscharts gewertet und als eines "der abwechslungsreichsten und unterhaltsamsten Alben des Jahres" bezeichnet. Im Zuge der Veröffentlichung folgte eine fast dreimonatige Europatour, gefolgt von Festivalauftritten und vereinzelten Clubshows. Zu den beiden Singleauskopplungen Twinaleblood und Addiction Pole wurden Videoclips in den Luxemburger Bergen und in der Umgebung von Trier gedreht, beide bekamen Airplay bei MTV und von Viva.

Im Frühsommer 1996 wurden weitere 19 Songs für zwei Veröffentlichungen eingespielt. Die dem Album vorauseilende EP Love Nation Sugarhead erschien am 18. Oktober 1996 und enthielt 6 Songs, wovon 4 nicht auf dem nachfolgenden Album enthalten waren. Noch im selben Monat wurde der Videoclip zum Titelsong gedreht, welcher erneut vom Musiksender VIVA gezeigt wurde. Zu dieser Single wurde ein Remix von King Britt und Josh Wink erstellt. Pyogenesis spielten im Herbst/Winter des gleichen Jahres eine Tour mit Social Distortion worauf dann im Januar 1997 das Album Unpop folgte. Die Gruppe war daraufhin eine Woche lang bei VIVA zu Gast, wo sie je zwei Songs aus dem Album live im Studio vorstellten. Für den amerikanischen Markt musste auf Druck des Vertriebs das Cover, das Sänger Flo von Schwarz nackt unter einer Dusche zeigt, geändert werden. Weitere Liveauftritte folgten.

Im weiteren Verlauf des Jahres begann die Arbeit am vierten Album, welches ab Frühling 1998 produziert wurde. Pyogenesis unterbrachen die Aufnahmen für Festivalauftritte. Am 2. November 1998 wurde dann Mono … or Will It Ever Be the Way It Used to Be veröffentlicht. Das Magazin Visions platzierte das Album auf Rang 2 ihres Soundchecks, verlieh ihm das Prädikat „Schönheit der Ausgabe“. Der Videoclip zur Single Drive Me Down wurde vom Musiksender VIVA Zwei ins Programm aufgenommen. Tim Eiermann und Wolfgang Maier waren im Verlauf des Jahres der ursprünglich als Projekt geplanten Band Liquido beigetreten und erzielten dort höhere Chartpositionen. Da die Promotionarbeit für beide Bands mit Veröffentlichung im selben Zeitraum nicht zu vereinbaren war, verließen sie die Band.

In den folgenden dreieinhalb Jahren tourten Pyogenesis durch die Welt. Pyogenesis organisierten hinzukommend eine Butterfahrt mit 50 ausgesuchten Fans in einem Reisebus durch ganz Deutschland. Die Mitreisenden besuchten die Redaktion des Magazins Visions, ein Konzert der Band in einer stillgelegten Bergbauanlage, eine Unplugged Show am Rheinufer, den Sender VIVA und wurden an Choraufnahmen mit dem Produzenten Wolfgang Stach zum Titel Restless Legs beteiligt.

Das Label Nuclear Blast wollte ein Best Of Album veröffentlichen, was nicht den Vorstellungen der Band entsprach. Anstelle dessen wurde das Remixalbum P … or Different Songs in Different Sounds am 24. Juli 2000 veröffentlicht. In der Zeit seit Mono … or Will It Ever Be the Way It Used to Be schrieben Pyogenesis 28 Songs, welche ab Sommer 2001 in den Hagener Woodhouse Studios von Flo von Schwarz und Siggi Bemm produziert wurde. Im Internet konnten die Fans über Snippets der Songs abstimmen und so das Tracklisting des gerade entstehenden Albums beeinflussen.

2002 gründete Flo von Schwarz die Firma Hamburg Records. Am 7. Mai wurde die 5 Song EP I Feel Sexy und am 3. Juni 2002 das Album She Makes Me Wish I Had a Gun veröffentlicht. Trotz des musikalischen Wandels wurde das Album auch in der Metalpresse positiv rezipiert. In Thüringen weigerte sich die mit der Stadtwerbung beauftrage Firma die Poster mit dem Albumcover, das eine Pistole auf einem Samtkissen zeigt, aufgrund des wenige Wochen zuvor verübten Amoklaufs von Erfurt an öffentlichen Plätzen zu plakatieren. Der Clip zur Single Don’t You Say Maybe erreichte in den VIVA Rock Charts Platz 1 und hielt sich dort mehrere Wochen. Er erreichte ebenso auf dem russischen Musiksender A1 eine hohe Rotation. Das Album gilt als weltweit bestverkaufter Tonträger der Band.

In den folgenden Jahren unternahm die Band mehrere Touren durch Europa. Bei einem TV Interview in Italien kam es zu einem Eklat, als ein Fan die Szenerie stürmte und von Sicherheitsleuten zu Boden gerissen wurde. Auf der Rückfahrt von einem Festival platzte am Tourbus ein Hinterreifen, so dass sich dieser mehrmals überschlug, es gab nur leichte Verletzungen obwohl ein Teil der Band und Crew zur Unfallzeit in Notbetten schlief. 2003 spielten Pyogenesis auf dem Summer Breeze als Co-Headliner auf der Painstage. Ab 2005 tourte die Band nur noch im Ausland. Die letzten Konzerte vor der Pause der Band fanden zur Snowboard-WM in Moskau statt.

Ende 2012 gaben Pyogenesis auf ihrer Website bekannt, anlässlich des 20. Jubiläums ihres Debütalbums eine streng limitierte Neuauflage mit drei Bonustracks zu veröffentlichen. Im März 2014 wurde eine ebenfalls limitierte Jubiläumsauflage von Waves of Erotasia veröffentlicht. 2013 führte der Metal Hammer Pyogenesis an zweiter Stelle der meistvermissten Bands auf.

Am 25. Juni 2014 gaben Pyogenesis bekannt als Headliner auf dem November to Dismember Metal Fest in der rumänischen Hauptstadt Bukarest aufzutreten. Zu dieser ausverkauften Comeback-Show produzierte das bulgarische Fernsehen einen Bericht über die Pyogenesis-Rückkehr. Der deutsche Metal Hammer sprach von einem Kult-Comeback. Nur wenige Wochen später veröffentlichte das Summer Breeze Open Air die Zusage der Band für das über ein Jahr später stattfindende Festival 2015.

Am 22. April verkündete Flo V. Schwarz in einer Videonachricht auf der Facebook-Seite der Band, dass Pyogenesis an neuem Material schrieben, zwei Wochen später folgte eine weitere Videobotschaft von den bereits begonnenen Albumaufnahmen. Drei weitere Wochen später, am 22. Mai, gab die Band bekannt, dass A Century in the Curse of Time am 14. August 2015 auf AFM Records veröffentlicht werden sollte.

Diskografie

Alben

  • 1992: Ignis Creatio (Mini-Album, Osmose Productions / SPV)
  • 1994: Sweet X-Rated Nothings (Nuclear Blast / Warner Music)
  • 1995: Twinaleblood (Warner Music / Nuclear Blast)
  • 1997: Unpop (Nuclear Blast / Warner Music)
  • 1998: Mono … Or Will It Ever Be the Way It Used to Be (Nuclear Blast / Warner Music)
  • 2002: She Makes Me Wish I Had a Gun (Hamburg Records / Sony Music)
  • 2015: A Century in the Curse of Time (AFM Records)
  • 2017: A Kingdom to Disappear (AFM Records)

EPs

  • 1994: Waves of Erotasia (Nuclear Blast / SPV)
  • 1996: Love Nation Sugarhead (Nuclear Blast / Warner Music)
  • 2002: I Feel Sexy (Hamburg Records / Sony Music)

7″-Singles

  • 1991: Rise of the Unholy (Mephitic Productions)
  • 1992: Sacrificious Profanity (Symphonies of Death Records)
  • 1995: Underneath EP (MDD Records)

Re-Releases

  • 1997: Sweet X-Rated Nothings / Waves Of Erotasia (Nuclear Blast)
  • 2012: Ignis Creatio, The Origin Of Fire 20th Anniversary Limited Edition (Hamburg Records)
  • 2014: Waves of Erotasia 20th Anniversary Limited Edition (Hamburg Records)

Videoclips

  • 1995: Twinaleblood
  • 1995: Addiction Pole
  • 1996: Love Nation Sugarhead
  • 1997: Blue Smiley's Plan
  • 1998: Drive Me Down
  • 2000: Empty Space
  • 2002: Don't You Say Maybe
  • 2015: Steam Paves Its Way (The Machine)
  • 2015: Lifeless
  • 2017: Sleep Is Good / Every Man for Himself... and God Against All
  • 2017: I Have Seen My Soul
  • 2017 New Helvetia

Sonstiges

  • 1991 Ode to the Churning Seas of Nar-Mataru (Demo-Tape)
  • 2000 P … the Ultimate Home Video (VHS/DVD, Nuclear Blast / Warner Music)
  • 2000 P … or Different Songs in Different Sounds (CD-Digipak, Nuclear Blast / Warner Music)

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Pyogenesis auf Tour

01.02.18Pyogenesis - Live 2018Pyogenesis und DagobaBastard Club, Osnabrück
02.02.18Pyogenesis - Live 2018Pyogenesis und DagobaGladhouse, Cottbus
03.02.18Pyogenesis - Live 2018Pyogenesis und DagobaAJZ Talschock, Chemnitz
02.03.18Pyogenesis - Live 2018Pyogenesis und DagobaVortex, Siegen
08.03.18Pyogenesis - Live 2018Pyogenesis und DagobaCafé Central, Weinheim
09.03.18Pyogenesis - Live 2018Pyogenesis und DagobaGarage, Saarbrücken
10.03.18Pyogenesis - Live 2018Pyogenesis und DagobaKultube, Mönchengladbach

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