
Brothers Of Metal
Tour... Another!
Konzertbericht
Die BROTHERS OF METAL, die eigentlich BROTHERS AND SISTER OF METAL heißen müssten, gehen wieder auf Tour. Ihr aktuelles Album „Fimbulwinter“ ist zwar schon zwei Jahre alt, doch auf der Bühne ist die Band ohnehin am stärksten. Die achtköpfige Truppe lädt zur „Tour… Another!“ ein. Der zunächst seltsam klingende Titel entstammt einer Zeile aus „The Mead Song“, in der es – natürlich – „Mead… Another!“ heißt. Als Special Guest haben die Metalgeschwister die italienische Symphonic-Metal-Band MOONLIGHT HAZE eingeladen.
MOONLIGHT HAZE sind headlinerwürdig
Mit ihrer aktuellen Platte „Beyond“ haben MOONLIGHT HAZE ihr bislang stärkstes Album veröffentlicht, das sie bereits auf diversen Touren – meist als Support – live präsentieren konnten. Die Band um Sängerin Chiara Tricarico, die auch bei AVANTASIA live auftritt, hat heute eine knappe Dreiviertelstunde Zeit und spielt zehn Songs.
Leider beginnt das Konzert vor den angekündigten 20 Uhr, sodass wir den Opener „Beyond“ und die Hälfte von „Tame The Storm“ verpassen. Ab „Chase The Light“ sind wir dabei. Die Band wirkt sympathisch und interagiert ungezwungen miteinander. Frontfrau Tricarico kündigt die Stücke locker an und nimmt sich Zeit für ein Mitmachspiel: Vor „The Rabbit And The Moon“ teilt sie das Publikum in Wölfe und Hasen, die unterschiedlich springen sollen – von der Bühne aus sicher ein amüsanter Anblick.
Am Mikrofon ist eine GoPro befestigt, da die Band während der Tour ein Video zu „Chase The Light“ aufnimmt. Das Aladin ist für einen Sonntag gut gefüllt, das Publikum macht engagiert mit. Viele kennen die Band oder mögen ihre Musik. Der Applaus ist mehr als höflich und nach dem abschließenden „We’ll Be Free“ bedanken sich MOONLIGHT HAZE herzlich, bevor sie am Merchstand für Fotos und Autogramme bereitstehen. So geht Fanfreundlichkeit. Gerne dürfen sie bald als Headliner wiederkommen.
BROTHERS OF METAL liefern eine gute Show
Auf Platte haben die BROTHERS OF METAL, die eigentlich BROTHERS AND SISTER OF METAL heißen müssten, beim anwesenden Redakteur nie gezündet. Live überzeugt die Band dagegen: Sie ist eingespielt und bietet eine starke Show mit besonderen Momenten. Wofür drei Gitarren nötig sind, bleibt fraglich; zwei Sänger und eine Sängerin ergeben dagegen Sinn.
Ylva Eriksson und Joakim Lindbäck Eriksson übernehmen die Lead-Vocals, Mats Nilsson sorgt für rauere Akzente und die Ansagen. Der sympathische Hüne stellt klar, dass es hier „Skal!“ und nicht „Prost!“ heißt. In Pausen verschwindet er kurz von der Bühne und kehrt mit kräftigen Mixgetränken zurück, die leider nur seine Kolleg:innen probieren dürfen.
Viele Songs wie „Njord“, „Prophecy Of Ragnarok“ oder „The Mead Song“ laden zum Tanzen und Feiern ein. Auch die ernsteren, meist nordisch geprägten Stücke kommen gut an. Das Publikum ist textsicher und beteiligt sich an allen Mitmachaktionen.
Insgesamt stehen 19 Stücke auf der Setlist, wobei „Emblas Saga“ und „Prophecy Of Ragnarök“ stärker vertreten sind als Songs vom aktuellen Album. Fans aller Phasen kommen auf ihre Kosten; bei der noch überschaubaren Diskografie sind die Variationsmöglichkeiten ohnehin begrenzt.
Gegen 22:30 endet der Abend arbeitnehmerfreundlich. Überzeugt von den Livequalitäten sichern wir uns noch ein Shirt für nach heutigen Maßstäben faire 30 Euro. In Bremen besangen die BROTHERS OF METAL erfolgreich die neun Welten Yggdrasils.
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Jannik Kleemann
































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