Foetorem - Incongruous Forms Of Evergrowing Rot

Review

Dänemark hat sich im aktuellen Jahrtausend als treibende Kraft des modernen Death Metals etabliert (allen voran UNDERGANG). Nun erscheint das Machwerk einer neuen, vielversprechenden Band: FOETOREM aus Kolding präsentieren ihr Debüt „Incongruous Forms Of Evergrowing Rot“, vertrieben durch Everlasting Spew Records.

Ein Gründungsdatum ist nicht bekannt, dafür tauchte das erste Demo Anfang 2025 wie aus dem Nichts auf und im September folgte der erste Auftritt auf dem Untergrundkultfestival Kill-Town Death Fest (KTDF) in Kopenhagen.

Mit neun Songs, von denen einer als „widerliches“ Interlude („Grotesque Decomposition“) fungiert, servieren FOETOREM ihre auf knapp 40 Minuten heruntergebrochene Todesfaszination. Die Band besteht aus Ric Broe Goldschmidt (Bass), Geistaz (Drums), Claus Andersen und Daniel Farre (Gitarre, Vocals).

Direkt zu Beginn nimmt die Death-/Doom-Serenade mit „Reeks Of Moldy Guts“ ihren unheilvollen Lauf und kreiert eine grabartige Atmosphäre. Danach packt „Escalating Rot“ die Hörerschaft sofort an die Kehle und ertränkt sie förmlich in triefendem Morast.

FOETOREM – räudiger, stinkender Death Metal

Die vorgegebene Richtung ist grimmig, jedoch schleichen sich immer wieder anmutige Melodieläufe ins Gemetzel ein. Der doppelte Growl-Angriff von Andersen und Farre verleiht den Stücken eine bedrohliche Dimension: derbe, voller übler Intention und klingt nicht nach verstopfter Toilette wie bei manch anderer Formation.

Zwar fügen sich bei „Mors Viaturis – The Death Traveler“ epische Einschläge ins Songwriting ein, dennoch verharrt der kompositorische Fokus auf dem makabren Großen und Ganzen – eine organische Balance zwischen Hochgeschwindigkeitsabschnitten und schleimigen Doom-Passagen, düster-melodischen Gitarrenläufen, fauligen Basstönen und Schlagzeugsalven wie einstürzende Altbauten.

Auch „Tapestries Of Misery“ entwickelt sich durch seinen unerbittlichen Sog zu einem Highlight, während „Decay Of The Flesh“, gespickt mit morbiden Old-School-Riffs, zum wahren Party-Stampfer mutiert. Manchmal brechen nackenmuskelzerberstende Grooves FOETOREMs gewalttätigen Marsch auf, an anderer Stelle brillieren vergängliche Melodien in schaurig-schönem Gewand. Eine gewisse Finesse in den Kompositionen ist nicht von der Hand zu weisen.

„Incongruous Forms Of Evergrowing Rot“ – ein dänisches Todesjuwel?

Nachdem sich die Dänen auf dem letztjährigen KTDF zum ersten Mal einer hungrigen Horde Death-Metal-Maniacs gestellt haben, treten FOETOREM mit der großspurigen Ansage an: In Dänemark herrscht der Death Metal!

Sie beschreiten keineswegs gänzlich neue Pfade, doch folgen FOETOREM den Klängen der Fäulnis mit tödlicher Inbrunst. Fans von Bands wie KRYPTS, MORTIFERUM und SPECTRAL VOICE sollten in jedem Fall aufhorchen.

Zweifellos überzeugt die richtige Attitüde auf dem Material von „Incongruous Forms Of Evergrowing Rot“, doch bleiben kaum erinnerungswürdige Momente hängen.

Als solides Alleinwerk überzeugt das Debüt dennoch und das individuelle Talent der Band ist unbestreitbar.

(Text: Hannes Bothfeld)

09.05.2026

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1 Kommentar zu Foetorem - Incongruous Forms Of Evergrowing Rot

  1. destrukt. sagt:

    Bockstarkes Debüt! „Reeks of moldy guts“, „oozing with pustulent fluids“ und „rebirth in morbid disgust“ beschreiben die Musik besser, als es jeder Text täte. Hunnet! 8 mit Tendenz zu mehr.

    8/10