
Soundcheck August 2026# 17
A COLD PARADISE ist die neue Band von Antonio Calanna, der bislang bei ALL FOR METAL am Mikrofon stand. Im Gegensatz zu seiner ehemaligen Band regiert hier aber kein klischeebehafteter – manche würden auch „cringer“ sagen – Power Metal, sondern moderner Metal mit Anleihen aus Alternative und Metalcore. Calanna übernimmt wieder den Platz am Mikrofon und hat vier weitere Musiker um sich geschart.
A COLD PARADISE starten unvermittelt durch
Wenn man bedenkt, dass von der Bandgründung und der ersten Single bis zum Albumrelease nur ein Jahr vergangen ist, kann man durchaus von einem Start von null auf hundert sprechen. Dennoch wirkt der Sound des Quintetts durchdacht und ansprechend. Das Grundgerüst bildet melodischer, teils poppiger Alternative Metal, wie ihn zum Beispiel auch CYHRA spielen. Gelegentliche Screams sorgen für einen Schuss Härte. Eine Allergie gegen Keyboards und Synthie-Sounds darf man nicht haben, denn alle Stücke auf „A Cold Paradise“ verfügen über eine solche Ebene.
Ein wenig kann der Italiener dann doch nicht aus seiner Haut: Nachdem die ersten drei Lieder allesamt catchy Modern-Metal-Nummern sind, folgt mit „El Perdón“ ein Stück auf Spanisch. Dabei handelt es sich nicht um eine Eigenkomposition. A COLD PARADISE nehmen einen Song von ENRIQUE IGLESIAS und verwandeln ihn in einen astreinen Italo-Power-Metal-Song. Gelungene Überraschung!
Calanna und seine Mannen scheinen sich nur grob am Label Modern Metal zu orientieren, denn das Album bietet diverse weitere Einflüsse. Neben dem bereits genannten Power Metal bekommen wir mit „Kill U Softly“ eine Powerballade geboten, während sich auf „Impatient“ ein wenig Trancecore findet. Das macht das Debüt spannend und unvorhersehbar. Den Abschluss bildet mit „Your Lullaby“ ein vollkommen orchestrales Stück, auf dem Calannas Stimme glänzen kann.
Das Debütalbum ist unvorhersehbar und spannend
Man kann ohne Zweifel sagen, dass Antonio Calanna mit seiner neuen Band spannendere Musik macht als bisher. A COLD PARADISE legen mit ihrem Debüt ein durchdachtes, vielseitiges Album vor, das lediglich ein, zwei Filler enthält und manchmal zu sehr in den Pop abdriftet. Dennoch ist es ein gelungener Einstand.

Jannik Kleemann






























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